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Flusskreuzfahrt auf dem Mekong in Laos – Entschleunigung zwischen Tempeln, Wasserfällen und Inselwelten
Eine Flusskreuzfahrt auf dem Mekong im Süden von Laos ist eine Reise in eine andere Zeit. Während die mächtigen Wasserfälle Somphamit und Khon Phapeng zu den wenigen Orten gehören, an denen sich das Wasser mit voller Kraft bewegt, fließt das Leben am Mekong ansonsten ruhig und gelassen dahin. An Bord des Boutique-Schiffs gleiten wir durch eine faszinierende Flusslandschaft, vorbei an Dörfern, Tempeln und Inseln – begleitet von der entschleunigten Lebensweise der Laoten und der spirituellen Präsenz von Buddhas ruhigem Fluss.
Nachdem wir schon eine Flussreise von Luang Prabang nach Thailand unternommen haben, wollten wir nun auch den südlichen Teil vom Mekong in Laos kennenlernen.
✅ Alles von uns selbst besucht, recherchiert, fotografiert und geschrieben.

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Hi, wir sind Annett & Mario. Wir arbeiten hauptberuflich als Reisejournalisten, Fotografen und Autoren mit über 25 Jahren Reiseerfahrung in Südostasien. Unser Reiseportal Abenteuerglobus betreiben wir seit 2014. Komplette Reportagen und Reise-Specials von uns findest du auch in der GEO, Stern, Spiegel, National Geographic, in etlichen Reiseführern und Bildbänden.
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Artikelinhalt: Flusskreuzfahrt in Laos zu den 4000 Inseln
Mit dem Boutique-Schiff zu den 4000 Inseln
Zwischen Pakse und Si Phan Don wird der Mekong zur Lebensader und zur Bühne unserer Kreuzfahrt. An Bord verliert die Zeit ihre Bedeutung, während der Fluss den Rhythmus vorgibt. Diese Mekong-Kreuzfahrt ist kein Ziel, sondern ein sanftes Unterwegssein.

Entschleunigtes Leben am Mekong – Fischeralltag und laotische Gelassenheit
Das Schnellste, was sich im Süden von Laos bewegt, sind die Wasserfälle Somphamit und Khon Phapeng. Ansonsten scheint sich das Leben am Mekong wie eh und je gemächlich abzuspielen.
Herr Janthi freut sich über seinen Fang. Vier Karpfen, ein Barsch und ein glitschiger Mekongwels zappeln wild im Boot herum. Jeden Tag, kurz vor Sonnenuntergang, zieht der 49-Jährige mit seinem Sohn Joy das feinmaschige Netz aus dem Wasser. „Vor ein paar Jahren haben wir hier noch etwas mehr gefangen“, erzählt der Fischer, „aber wir wollen uns nicht beschweren. Es reicht zum Leben.“

So sind sie, die Laoten. Wenn es reicht, ist es gut. Alles andere macht nur unnötig Stress – Müßiggang versus Mehrwert. Trotz Billigimporten aus China, der Beschallung mit Thai-Pop und Doku-Soaps im Fernsehen konnte die laotische Bevölkerung ihre Identität weitgehend bewahren. Es heißt nicht umsonst: Die Vietnamesen pflanzen den Reis, die Laoten schauen zu, wie er wächst, und die Kambodschaner ernten ihn.
Fischer Janthi baute hier vor 24 Jahren sein Haus und gründete eine Familie. „Zu der Zeit war die neue Asphaltstraße 14A noch eine schmale Staubpiste“, erinnert er sich, „und an Touristen, die mit einem Kreuzfahrtschiff den Mekong bereisen, war überhaupt nicht zu denken.“
„Das Wasser fließt in tausend Windungen und kehrt doch ins große Meer zurück.“
Chinesisches Sprichwort


Pakse in Südlaos – Handelszentrum im Vierländereck
Unsere Schiffsreise beginnt im tiefen Süden von Laos in der Kleinstadt Pakse, dem Verwaltungszentrum der Champasak-Provinz. Für laotische Verhältnisse ist Pakse ein quirliger Ort, der seit Fertigstellung der Lao-Nippon-Brücke über den Mekong im Jahr 2000 einen überschaubaren Aufschwung erlebt.
Die Einwohnerzahl wuchs in den sechsstelligen Bereich. Pakse profitiert stark vom Grenzverkehr mit dem nur 46 Kilometer entfernten Thailand. Auch Kambodscha und Vietnam festigen ihren Einfluss – wirtschaftlich wie diplomatisch. Der Handel auf den Märkten blüht, nicht immer mit legalen Waren.
Am Xe-Don-Fluss, unterhalb der Klosteranlage Wat Luang, liegt unser Zuhause für die nächsten vier Tage vor Anker. Ein Ort, der für den Beginn einer Mekong-Flusskreuzfahrt kaum besser sein könnte. Mit Buddhas Segen lichten wir den Anker.

Flusskreuzfahrt auf dem Mekong – Unterwegs nach Champasak und zu den 4000 Inseln
Das Boutique-Schiff mit elf geräumigen Kabinen, kleiner Bar und Sonnendeck nimmt Kurs auf Champasak, zum Khmer-Tempel Wat Phou, und weiter nach Si Phan Don – den berühmten 4000 Inseln im Süden von Laos. Diese Wasserwelt aus steilen Felsen, Inseln und tosenden Wasserfällen bildet eine natürliche Barriere für eine durchgängige Schiffbarkeit des Mekong und zählt zu den spektakulärsten Landschaften Südostasiens.


Dorfleben am Mekong – Landgang in Hung Noi
Für die erste Übernachtung legt unser Teakholz-Liner im Dorf Hung Noi an, ganz in der Nähe von Herrn Janthis Haus. Am Ufer liegen eingezäunte Gemüsefelder mit Salat, Bohnen und Minze. Kinder seifen ihren Hund im Mekong ein, Frauen waschen Kleidung, Männer flicken Netze. Dazu trinkt man gern ein Schlückchen Lao Lao, den klaren Reisschnaps.


Wat Phun Noi – Sonnenuntergang über dem Mekong
Landgang zum Wat Phun Noi. Wir erklimmen keuchend 280 Steinstufen. Die Sonne verschwindet gerade hinter dem Berg Nang Malong – das macht den Aufstieg erträglicher. „Nicht die Tempelanlage, sondern der Ausblick auf den Mekong ist das eigentliche Highlight“, verspricht Kreuzfahrtdirektor Benedikt, genannt Mister Ben. Er hat recht: Der Mekong fließt spiegelglatt durch die Ebene, kleine Inseln ragen aus dem grünschimmernden Wasser, bis der Fluss im Dunst verschwindet.


Dschungelklänge und laotische Küche – Dinner an Bord
Mit der Dämmerung beginnt das Konzert des Dschungels. Zikaden sirren, Frösche quaken, ein Kawau schreit aus Leibeskräften. Dann unterbricht ein Gong das Naturschauspiel – der Koch ruft zum Dinner. Vier Gänge aus der Bordküche: Bittergurkensuppe, Eierkuchen mit Broccoli, Hühnchen-Curry mit Erdnüssen und zum Abschluss mong kheng, süßer Reis mit Taro in Kokosmilch. Leicht, aromatisch, perfekt.


Morgenstimmung am Mekong – Alltag am Fluss
Der Morgen beginnt so ruhig, wie der Abend endete. Fischer legen ihre Netze aus, eine Frau gießt Pflanzen mit Mekongwasser, Hähne krähen, ein Hund bellt. So wird es morgen sein, übermorgen – wahrscheinlich jeden Tag.

Navigation auf dem Mekong – Trockenzeit und Sandbänke
Kapitän Si Keo steuert mit höchster Konzentration. In der Trockenzeit verändert sich der Mekong ständig. Der Strom wird vor Champasak breiter, der Wasserstand niedrig. Es ist Trockenzeit. „Der Fluss ändert sich in dieser Jahreszeit ständig“, erklärt der 52-Jährige. „Sandbänke entstehen und verschwinden, Inseln tauchen aus dem Nichts auf.“ Der Kapitän spricht aus Erfahrung. Seit fünfzehn Jahren manövriert er zwischen Pakse und Don Khong große und kleine Schiffe durch diese Untiefen. Auf der „Mekong Islands“ ist er von Anfang an dabei. Im September 2009 hatte der Luxusliner seine Jungfernfahrt. Seitdem kreuzt das Schiff fast täglich zwischen Oktober und April durch Süd-Laos.
„Keine Sorge“, sagt er, „das Schiff wurde vor der Abfahrt im Wat Luang mit einer feierlichen Baci-Zeremonie gesegnet.“ Die orangefarbenen Bänder am Steuerrad bestätigen es.

Wat Phou in Champasak – UNESCO-Weltkulturerbe in Laos
Wir legen in Champasak an. Nach dem Dösen auf dem Sonnendeck ist wieder Kultur angesagt. Zwei buntbemalte Songthaews, die für Südostasien typischen Sammeltaxis, stehen schon bereit. Die Fahrt geht durch malerische Dörfer, rechts Reisfelder, links der Mekong, zum Khmer-Tempel Wat Phou am Fuß des 1.416 Meter hohen Phou Kao. Die Eckdaten sind schnell zusammengetragen: Kernbauzeit 9. bis 13. Jahrhundert, Tempelkomplex mit drei Hauptebenen auf 285 Hektar, seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe, irgendwo immer eine Baustelle, Vollmondfest im Februar, 277 Sonnentage, Eintritt 50.000 Kip (ca. 5 Euro), 47.000 Besucher jährlich – laut Herrn Sonexay Siphandone, Gouverneur der Champasak Provinz, steigt die Besucheranzahl pro Jahr im Durchschnitt um 28 Prozent. Wat Phou ist der kleine Bruder von Angkor in Kambodscha. Was einst als hinduistisches Heiligtum errichtet wurde, ist heute ein buddhistischer Wallfahrtsort.



Wat Phou früher und heute – Rückblick auf Champasak
Als wir 2001 das erste Mal hier waren, verirrten sich an guten Tagen zehn Besucher nach Champasak, an ganz guten Tagen sogar zwei oder drei mehr. Sieht man vom Wat Phou und den Postkarten-Sonnenuntergängen am Mekong einmal ab, hatte das verschlafene Dorf auch nicht sonderlich viel zu bieten. Ein halbes Jahr später war alles anders. Wir feierten mit tausenden Laoten das Vollmondfest Boun Wat Phou zu einem ganz besonderen Anlass. Im Dezember 2001 nahm die Weltorganisation UNESCO das Wat Phou in die Liste der Weltkulturerbestätten auf und übergab das begehrte Zertifikat im Februar 2002 der laotischen Regierung. Damit hat die UNESCO die Tempelanlage und den ganzen Süden von Laos aus dem Dornröschenschlaf geküsst. Seit Jahren schon blickte Laos neidisch zum Nachbarn Kambodscha, wo finanzielle Mittel zur Restaurierung und Ströme von Touristen in das ehemalige Khmer-Zentrum Angkor flossen. Nun hoffte auch Laos mit der UNESCO-Listung, ein Stück von dem Kuchen abzubekommen.
Wat Phou in Feierlaune – Geschenke für die Mönche
Das wurde natürlich ausgiebig gefeiert, und wenn Laoten feiern, dann auch richtig. Tausende Buddhisten aus ganz Laos strömten zu diesem Vollmondfest. Für drei Tage und drei Nächte verschmolzen Religiosität und Vergnügung zum größten Ereignis im Schatten des heiligen Berges Phou Pasak.
Tak Baat Zeremonie – Almosengang der Mönche
Wer den Süden von Laos bereist – ob über Land oder auf dem Mekong – kann den 1400 Meter hohen Berg mit seiner ungewöhnlichen Spitze kaum übersehen. Ein Monolith in Form des Phallus vom hinduistischen Gott Shiva ließ ihn zum Heiligtum und Pilgerziel werden. Im 6. Jahrhundert errichteten die Cham am Fuße des Phou Pasak einen Tempel für den Gott der Zerstörung und Erhaltung. Epigraphiker fanden heraus, dass im 12. Jahrhundert der Khmer-Herrscher Suryavarman II. (Erbauer vom Angkor Wat in Kambodscha) den Bergtempel erweiterte und ihn für die Gottesverehrung nutzte. Wo einst nur die hinduistischen Götter Brahma, Shiva und Vishnu verehrt wurden, steht heute ein mild lächelnder Buddha im Zentrum des sakralen Bauwerkes. Eine strenge Reglementierung der Göttertrennung beider Religionen gibt es nicht, alles fließt ineinander über.




Goldgekrönte Himmelsnymphen und Bergvölker
Nach dem anfänglichen Jahrmarkttreiben und traditionellen Tanzvorstellungen hielt der damalige Gouverneur von Champasak seine Eröffnungsrede. Stolz verkündete der Provinz-Chef die Aufnahme der alten Khmer-Stätte in die Liste der UNESCO und prognostizierte einen Besucheransturm für die nächsten Jahre. Das neue Museum am Eingang, mit archäologischen Fundstücken aus der Khmer-Zeit, sollte ein weiterer Anziehungspunkt für die Besucher sein. Ab jetzt geht es aufwärts – symbolisch ließ er zum Schluss seiner Rede eine Traube bunter Luftballons in den tiefblauen Himmel fliegen. Anschließend belebte eine farbenprächtige Prozession vor der Ehrentribüne das Bild. Ein Karneval der laotischen Provinzen, mit viel Farbe und traditioneller Musik, präsentierte die Highlights der einzelnen Regionen. Goldgekrönte Himmelsnymphen, Bergvölker in ihren Trachten, akrobatische Ringkämpfer, Pappmaché-Tempel und Wurfnetzfischer zogen an den Besuchern im Zeitlupentempo vorbei.
Opferschalen, gefüllt mit Klebreis und Geld
Tags darauf, am frühen Morgen der Vollmondnacht, fanden sich tausende Gläubige zur Spendenzeremonie Tak Baat – dem Höhepunkt des Festes – vor dem Wat Phou ein. Während das Morgengebet durch einen knisternden Lautsprecher über den Tempelvorplatz hallt, saßen die Pilger voller Demut in langen Reihen an dem schnurgeraden Prozessionsweg. Ihre Opferschalen, gefüllt mit Klebreis, Süßigkeiten und Geldspenden standen zum Dank an die Mönche für den religiösen Beistand bereit. Als der Lautsprecher verstummte, schreiteten Mönche und Novizen bedächtig an den Pilgern vorbei und nahmen in ihren Almosenschalen die Gaben entgegen.
Abschied vom Mekong – Weiterreise zu den 4000 Inseln
Am Nachmittag nimmt die „Mekong Islands“ wieder Fahrt auf. Die beiden Dieselmotoren brummen monoton, sind kaum wahrnehmbar. Das Leben am Ufer zieht langsam an uns vorbei. Maisfelder leuchten im satten Grün, Fischer reparieren ihre Reusen, planschende Kinder winken und rufen uns sabai dii, das laotische Hallo zu, Wasserbüffel kauen stoisch und glotzen unserem Schiff hinterher.

Mister Ben und die anderen zehn Gäste besuchen am nächsten Morgen mit einem kleineren Boot die Wasserfälle Somphamit und Khon Phapeng. Für uns geht hier die entspannte Reise mit dem luxuriösen Kabinenschiff zu Ende. Wir bleiben noch auf Don Khong und nehmen ein paar Tage später ein Longtail-Holzboot, das traditionelle Fischerboot der Insulaner, und lassen uns damit auch ins Herz der „4000 Inseln“ nach Don Det, Don Khon und zu den größten Wasserfällen Südostasiens schippern.
Die Besatzung vom Kreuzfahrtschiff erwartet schon die neuen Gäste aus Kambodscha, um wieder stromaufwärts in Richtung Heimathafen nach Pakse zurückzufahren. Fischer Janthi wird in seinem Ruderboot sitzen, langsam das Netz einholen und dabei in aller Seelenruhe der „Mekong Islands“ auf den Weg nach Pakse nachschauen, bis der Dunst das Schiff langsam verschlingt.






Reisetipps für Pakse und Si Phan Don
Hotels in Pakse
Am besten übernachtest du in oder nahe der Altstadt. So kannst du bequem die Highlights in Pakse besuchen und deine Weiterreise perfekt planen.
- Wie der Name schon sagt, steht das » Intouch Riverside Hotel* am Mekong-Ufer und bietet geräumige Zimmer und einen grandiosen Ausblick vom Rooftop-Pool. Mit dem Blick kann man sich hervorragend auf die Kreuzfahrt einstimmen.
- Komfortabel möblierte Zimmer mit Terrasse oder Balkon und Swimmingpool überzeugen den Gast im kleinen, feinen » Athena Hotel*.

Unterkünfte in Pakse
- Mekong-View: » Intouch Riverside Hotel*
- Pool: » Athena Hotel*
Hotels auf der Insel Don Khong
Ideal für eine Übernachtung auf der Insel Don Khong sind die Hotels mit Mekong-Blick. Die aufgeführten Unterkünfte haben häufig Leihräder und -Roller, bieten Transfers, Ausflüge und Tickets an.
- Das » Senesothxuene Hotel* bietet komfortabel eingerichtete Zimmer und eine große Mekong-Terrasse.
- Das Nachbarhotel » Kongmany Colonial House* hat einen Garten, Pool und gemütliche Zimmer.

Unterkünfte auf der Insel Don Khong
- Komfort: Senesothxuene Hotel*
- Pool: Kongmany Colonial House *
Die besten Reiseführer für Laos
Wir haben in unseren Empfehlungen die aktuellsten Reiseführer und Travel Guides für Laos aufgelistet. Zwar sind Blogs und digitale Reiseberichte immer sehr nützlich, aber einen gedruckten Reiseführer von Laos solltest du zusätzlich im Gepäck haben.





