Myanmar: Mit dem E-Roller durch die Tempelebene von Bagan

Mit dem E-Roller die Tempelebene in Bagan erkunden

Im Herzen Myanmars befindet sich das flächenmäßig größte aus Stein erbaute Geschichtsbuch Südostasiens. In der Tempelebene von Bagan lässt es sich auch mit geöffneten Augen träumen. Eine Tour mit dem E-Roller in die Vergangenheit.

Lesezeit: ca. 6 Minuten

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Im Sonnenaufgang gleiten Heißluftballons lautlos über die 2200 Tempel, Pagoden und Klöster in Bagan in Myanmar.
Ballonfahrt zum Sonnenaufgang über Bagans Tempelebene mit 2200 Heiligtümern

Mit Vollstrom zum Sonnenaufgang

Es ist stockdunkel. Der Himmel wolkenlos, die Sterne funkeln. Straßenbeleuchtung – Fehlanzeige. Links und rechts vor den Restaurants flackern kleine Feuer, an denen sich die Menschen bei einer Tasse Tee die Hände wärmen. Fast lautlos surrt mein Elektroroller an ihnen vorbei, als wolle er sie nicht beim Frühstück stören. Ab und zu rappelt es kurz, wenn ich ein Schlagloch übersehe. Vor fünf Minuten bin ich vom „Bagan Nova Guest House“ in Neu-Bagan losgefahren. Der Nachtportier Saw Tin hat, wie versprochen, die Akkus von meinem E-Mofa bis zum Anschlag aufgeladen. Alles, auch der Zeiger, ist im grünen Bereich. Jetzt habe ich nur noch 15 Minuten bis zum Sonnenaufgang. Augen auf und Vollstrom!

Myanmar: Morgendunst schwebt über den Tempeln, Pagoden und Schreinen in Bagan.
Erstes Morgenlicht über den Tempeln von Bagan verzaubert jeden Betrachter.

Sonnenaufgang über der Tempelstadt Bagan in Myanmar. Der Dhammayangyi-Tempel zählt zu den größten Bauwerken der Tempelebene.
Sonnenaufgang in Bagan über der Tempelebene mit dem Dhammayangyi-Tempel

Tempel zeigen sich schüchtern im Morgennebel

Wenig später klettere ich über verstaubte Steinstufen, barfuß versteht sich, auf die Terrasse der Minyeigon-Pagode und schaue nach Osten. Niemand ist hier oben, und niemand der mich mal kurz kneifen kann. Träume ich das alles was ich sehe? 360-Grad-Märchenlandschaft: Über der weiten Ebene vor mir hängt noch der Morgendunst aus dem sich schüchtern einzelne Fragmente und Tempelspitzen der hier stehenden 2200 Heiligtümer zeigen. An den buschigen Wipfeln der schlanken Palmyrapalmen, die hier überall in der Landschaft stehen, klammern sich zaghaft letzte Nebelfetzen. Ein leichter Windhauch lässt die Metallglöckchen an den Pagoden sanft erklingen. Außer dieser göttlichen Stille ist weitab das monotone Tuckern eines stromaufwärts fahrenden Lastenkahns auf dem Ayeyarwady-Fluss zu vernehmen, hin und wieder melden sich ein paar Hähne. Der Nebelschleier löst sich weiter auf und gibt langsam alle gigantischen Bauwerke frei.

Im Sonnenaufgang gleiten Heißluftballons lautlos über die 2200 Tempel, Pagoden und Klöster in Bagan in Myanmar.
Ballonfahrt zum Sonnenaufgang über Bagans Tempelstadt mit 2200 Heiligtümern

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Zeitzeugen streng religiöser Verbundenheit

Wenige Minuten vor Sonnenaufgang breitet sich für einen kurzen Moment das rötliche Morgenlicht wie ein wärmender Mantel über der Tempelebene aus, verwandelt die Bauwerke in fantasievolle Märchenschlösser – zuerst den goldenen Ananda-Tempel, dann den Thatbyinnyu Patho, die Shwesandaw-Pagode und immer mehr der buddhistischen Sakralbauten. Die Szenerie gleicht eher einer aufwendig gestalteten Hollywood-Kulisse in einem kitschigen Disney-Streifen, als einem monumentalen Zeitzeugen streng religiöser Verbundenheit. Niemanden würde es wundern, wenn hier ein paar Hobbits ihr Unwesen treiben. Jetzt ist genau der Zeitpunkt, an dem man die Uhr am liebsten anhalten und den Blick nicht mehr abwenden möchte. Ein Schauspiel, das man nie vergisst, das sich tief ins Gedächtnis einbrennt. Noch ist das Gesehene nicht richtig verarbeitet, schon erhebt sich majestätisch der orangefarbene Sonnenball über dem Horizont und mit ihm wenigstens zehn fauchende Heißluftballons. Die tief stehende Sonne überflutet die Jahrhunderte alten Bauwerke mit ihrem gelb warmen Licht. Spätestens jetzt weiß ich, warum ich mein Hotel in der nächtlichen Dunkelheit verließ und mich den kühlen Steinstufen der Minyeigon-Pagode gestellt habe.

Die Ballonfahrt über der Tempelebene Bagan zum Sonnenaufgang zählt zu den Highlights einer Myanmar-Reise.
In Bagan schwebt ein Heißluftballon an der Shwesandaw-Pagode vorbei.

Staubige Piste und Sandwege in Bagan

Immer noch etwas von der grandiosen Tempel-Show benebelt, sirrt schon wieder mein dunkelroter Flitzer mit 15 Stundenkilometer über staubige Pisten zwischen alten Gemäuer, Kakteen und Steppengräser. Das sakrale Freilichtmuseum lässt sich auch individuell mit dem Fahrrad, einer Pferdekutsche oder einem Taxi erkunden. Mir ist das lautlose E-Gefährt angenehmer, weil er unabhängig macht – außer von der Steckdose – und ich nicht bei 35 Grad im Schatten mit einem Fahrrad meine letzten Kraftreserven abstrampeln möchte.

Der Ananda-Tempel zählt zu den größten sakralen Bauwerken in der Tempelstadt von Bagan in Myanmar.
Eines der größten Bauwerke Bagans ist der Ananda-Tempel mit goldenen Shikhara-Turm.
In Bagan, der Tempelstadt Myanmars, thront über dem Ayeyarwady-Fluss die vergoldete Bupaya-Pagode.
Die Bupaya-Pagode liegt am Fluss Ayeyarwady in Bagan.

Per Motorroller lässt sich bequem die Tempelstadt Bagan in Myanmar erkunden.
Mit dem Motorroller durch die Tempelebene von Bagan

Ein paar Sandwege weiter biege ich links ab zum Ananda-Tempel. Die wohl beeindruckendste Pagode, auch Tempel der unendlichen Weisheit genannt, leuchtete schon weit sichtbar über die ganze Ebene mit ihrer 50 Meter hohen, vergoldeten Spitze. Ich stelle meinen Roller am Souvenirshop vom Ma Suy Suy ab und verspreche ihr nachher für den Security-Dienst ein Mitbringsel für die Daheimgebliebenen aus ihrem Sortiment zu kaufen.

Vier 12 Meter hohe Buddha-Statuen stehen im Ananda-Tempel in Bagan in Myanmar.
Vergoldeter Konagama-Buddha im Ananda-Tempel in Bagan

Die Kühle im Ananda-Tempel erfrischt kurz. Die schummrig beleuchteten Gänge führen um einen massiven Betonquader mit vier 12 Meter hohen und mit Blattgold belegten Buddha-Figuren. Aus zahlreichen Nischen lächeln mich sanft Buddha-Statuen an, vermitteln einen Ort der meditativen Ruhe – wenn nicht gerade ein Bus diese Reisegruppe aus Frankreich ausgeschüttet hätte.

Der buddhistische Htilominlo-Tempel befindet sich im Norden von Bagans Tempelebene.
Bagans Tempelebene mit dem dominanten Htilominlo-Tempel im warmen Morgenlicht

Best of MYANMAR – 66 Highlights

Myanmar im Focus: Die beliebtesten Ziele in Myanmar, die du bei deiner Reise durch das Land unbedingt besuchen solltest. Jedes Highlight hat eine Karte und ist mit Insider-Tipps ausführlich beschrieben. Atemberaubende Fotos inklusive!

Bildband Best of Myanmar mit allen 66 Highlights

Best of MYANMAR*

In diesem Bildband haben wir alle Highlights von Myanmar mit Insider-Tipps beschrieben.


Geschichtsstunde über Bagan

Wie wäre es jetzt mit ein wenig Geschichte? Die Tempelebene Bagan ist neben dem Heiligtum Borobudur in Indonesien und Angkor in Kambodscha, die flächenmäßig größte aus Stein errichtete Manifestation des buddhistischen Glaubens in Südostasien. Von einer der vielen Aussichtsterrassen ist es nicht allzu schwer sich vorzustellen, wie die damalige Königsstadt Bagan vor knapp 1000 Jahren mit ihren geschätzten 13 000 religiösen Monumenten ausgesehen haben muss. Ein Meer von verzierten Tempeldächern, goldenen Pagodenspitzen, Teakholzklöstern und Königspalästen müssen hier einst gestanden haben. Erst ab dem Jahre 1044 lässt sich der Werdegang der Tempelstadt einigermaßen chronologisch nachvollziehen. In dem Jahr bestieg König Anawrahta den Thron in Bagan und gründete damals das burmesische Reich.

Doppelte Buddha-Statuen sind eine Seltenheit. Diese sitzen im Dhammayangyi-Tempel in Bagan in Myanmar.
Zwillings-Buddhas mit Blattgold-Gesichter im Dhammayangyi-Tempel in Bagan

König Anawrahta fördert den Buddhismus

Nach einer Überlieferung, lehrte ein buddhistischer Wandermönch aus dem südlichen Mon-Staat dem König Anawrahta die Grundzüge vom Buddhismus. Der König war sofort begeisterter Anhänger dieser Religionsrichtung und wollte in seinem Reich den Glauben einführen. Bisher hat die burmesische Bevölkerung an einem Mix aus Animismus, Hinduismus und Buddhismus geglaubt. Dabei standen die Nat, eine erdnahe Geistergemeinde, im Vordergrund der Anbetung. Um in den Buddhismus zu konvertieren, benötigte König Anawrahta die heiligen Schriften Tripitaka. Die in der indischen Gelehrtenschrift Pali verfassten Mönchsregeln und Abhandlungen der buddhistischen Philosophie lagen im südlichen Mon-Staat bei König Manuha. Anawrahta sendete einen Boten in dessen Hauptsitz nach Thaton. Manuha verweigerte ihm seine Bitte, Kopien der heiligen Schrift mit nach Bagan zu nehmen. Erzürnt zog daraufhin Anawrahta mit einem mächtigen Heer in den Süden und überrannte den Mon-Staat, legte das Zentrum Thaton in Schutt und Asche und nahm das Tripitaka und 30 000 Gefangene mit in sein Reich. Unter ihnen viele Künstler, Architekten, Baumeister und Handwerker, die genau diesen Baustil, der uns hier heute so fasziniert, prägten. So, genug mit trockener Geschichte!

Mönche in Bagan. Die Tempel Thatbyinnyu und Ananda gehören zu den beeindruckendsten Bauwerken in Alt-Bagan am Ayeyarwady-Fluss in Myanmar.
Mönche spazieren durch die Tempelstadt Bagan. Im Hintergrund: Thatbyinnyu Patho und Ananda-Tempel

Souvenirs kaufen im Tempel-Shop

Wieder draußen am Elektroroller kaufe ich mir bei Ma Suy Suy eine handgeschnitzte Marionette, die schon etwas Bagan-Staub angesetzt hat. „Das ist der treue Prinz Minthar“, erklärt sie mir. „Es gibt noch weitere 28 Charaktere in unserem Puppentheater. Vielleicht möchtest du auch die Prinzessin kaufen, damit sich Prinz Minthar nicht ganz so allein fühlt?“ Ich lächele. Das ist die nette unaufdringliche Bescheidenheit der burmesischen Verkäuferinnen.

  • Die burmesischen Holzpuppen von Prinz Minthar mit einem handgeschnitzten Kopf und paillettenbesetzten Gewand im Goldton werden in Bagan verkauft.
  • Traditionelle Holzschnitzereien als Souvenirs präsentiert ein Verkaufsstand in Bagan in Myanmar.
  • Handgeschnitzte Marionetten aus Bagan sind ein beliebtes Souvenir für Reisende aus aller Welt.

Mein Flüsterroller lässt sich von Sand und Schotter nicht beeindrucken. Jetzt, wo die Mittagshitze prasselt, weht mir der Fahrtwind eine angenehme Kühle ins Gesicht. Bis zum frühen Nachmittag konnte ich gemütlich zu weiteren Highlights, wie den Thatbyinnyu Patho, die Bupaya am Ayeyarwady, die Sulamani, Mingalazedi-Pagode und wie sie noch alle heißen, holpern und auf meiner To-do-Liste abhaken. Jetzt bin ich auf dem Weg zur Shwezigon-Pagode nach Nyaung U und die Stromanzeige von meinem Roller steht schon auf Halbmast.

Im Manuha-Tempel in Bagan betet eine buddhistische Nonne vor dem liegenden Buddha.
Betende Nonne im Manuha-Tempel in Bagan in Myanmar

Besuch im Ever Stand Lacquerware Workshop

Bagan ist nicht nur die Stadt der Tempel und Pagoden, hier wird auch in vielen Werkstätten eine sehr aufwendige Lackkunst betrieben. Also mache ich eine Pause an der Bagan-Nyaung-U Road im „Ever Stand Lacquerware Workshop“ von Herrn U Maung Maung. Hier darf ich meinen treuen Begleiter mit neuer Energie füttern und einen Rundgang durch seine alteingesessene Manufaktur machen. Bei alltäglichen Gebrauchsutensilien bis hin zur königlichen Schatztruhe und geistlichen Devotionalien fand und findet diese Kunst noch heute ihre Anwendung.

Einritzen der mehrschichtigen Lackoberfläche bei einer Schale im Ever Stand Lacquerware Workshop in Bagan in Myanmar.
Lackarbeiten im Ever Stand Lacquerware Workshop in Bagan

Die harzigen Ausscheidungen des Lackbaumes Melanorrhoea usitatissima sind der Grundstoff für die kunstvolle Feinarbeit der Burmesen. Wie bei der Kautschukgewinnung ritzen die Lacksammler die Rinde am Baum keilförmig an und hängen ein Auffanggefäß an den unteren Schnittpunkt. Ein geflochtener Korpus, aus Bambus oder Rosshaar, wird mit dem schwarzen oder rostbraunen Lack in mehreren Schichten überzogen, tagelang getrocknet und anschließend spiegelglatt poliert. Das farbige Mehrschichtsystem mit aufwendigen meist religiösen Ornamenten erreichen die Künstler durch Einritzen der jeweils oben liegenden Lackschicht. Mittlerweile hat sich eine ganze Lackindustrie auf die Herstellung touristischer Mitbringsel spezialisiert. Eine flache Schale mit Buddha-Bildnissen landet in meinem Rucksack, zehn US-Dollar wechseln den Besitzer.  

Frauen arbeiten in der Lacquerware-Manufaktur. Bei Stücken von erstklassiger Qualität wird Rosshaar verflochten, wie hier im Ever Stand Lacquerware Workshop in Bagan in Myanmar.
Im Baganer Ever Stand Lacquerware Workshop entstehen hochwertige Gegenstände aus Bambus und Rosshaar.
Frauen gravieren kunstvolle Ornamente in die mehrfarbige Lackschicht im Baganer Ever Stand Lacquerware Workshop in Myanmar.
Bagan in Myanmar ist das Zentrum der Lackkunst.

Die Mitarbeiterinnen vom Ever Stand Lacquerware Workshop in Bagan polieren Gefäße aus Lackware.
Polieren von Gefäßen im Ever Stand Lacquerware Workshop in Bagan

Beauty-Tipps mit Thanaka zum Lunch

Ein paar Häuser weiter lerne ich San San Lwin kennen. Die 34-Jährige betreibt mit ihrer Familie ein kleines Restaurant in der Nähe der Shwezigon-Pagode. Das Restaurant ist rappelvoll, Pilger aus Yangon machen hier gerade Siesta. Ich bestelle mir das typisch burmesische Essen: mindestens zehn kleine Schälchen mit Reis, bunten Salaten, milden Currys, Palmzucker, frisches Obst und eingelegten Teeblättern mit Erdnüssen. Mahlzeit! Nach dem Essen führt mich San San Lwin in die burmesischen Beauty-Geheimnisse ein: Thanaka-Rinde, Wasser und ein rauer Reibestein ist alles was man oder besser „frau“ für ein Öko-Hautpflegemittel benötigt. Sie reibt etwas Rinde auf den feuchten Stein und trägt mir die frische Paste hauchdünn auf Wangen, Stirn und Nase auf. Liebe Kosmetikfirmen, es müssen nicht immer Glycerin, Panthenol und Acrylate sein.

Morgenlicht über der Tempelstadt Bagan. Im Hintergrund zeigt sich der Tempel Gaw Daw Palin mit goldener Spitze.
Die meisten Pagoden in Bagan wurden aus Ziegelsteinen zwischen dem 11. und 13. Jh. erbaut.

Meditierender Mönch vor einem sitzenden Buddha in einer buddhistischen Pagode mit Wandmalereien in Bagan.
In der Stille des Backsteintempels in Bagan meditiert ein Novize.

Teils noch gut erhaltene Wandgemälde findet der Besucher im Upali-Thein-Tempel in Bagan in Myanmar.
Wandmalereien im Tempel Upali Thein in Bagan erzählen vom Buddhismus in Myanmar.

Sonnenuntergang an der Shwesandaw-Pagode

Auf dem Rückweg wirbelt eine Armada aus Bussen, Taxis, Elektorollern und Pferdekarren den Staub zur Shwesandaw-Pagode auf und erschüttert mal wieder den kurz gewonnenen Eindruck, dass Myanmar doch noch ein weitgehend unberührtes Land ist. Die Sonne steht schon tief. Mindestens ein Sonnenuntergang in Bagan ist Pflicht. Am Aufstieg herrscht dichtes Gedränge, die Nischen füllen sich, Smartphones und Fotoapparate sind im Anschlag. Von hier oben eröffnet sich in alle Himmelsrichtungen ein atemberaubender Rundumblick. Nicht die einzelne Pagode oder das Tempeldetail, sondern alle Bauwerke in ihrer Gesamtheit machen Bagan zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Kurz nach Sonnenuntergang färbt sich der Abendhimmel über der Tempelstadt Bagans von Zartgelb bis Orange.
Ein Must-Do in Bagan: Sonnenuntergang über der Tempelstadt

Zwangsumsiedlung in Bagan für Touristen

Bei all der Schönheit, die einem hier umgibt, sollte man nicht vergessen, dass 1990 eine erbarmungslose Zwangsumsiedlung der einheimischen Bevölkerung durch die Militärregierung erfolgte, um für Touristen diesen märchenhaften Blick frei zu räumen. Dadurch entstand weiter südlich das quadratisch angelegte Neu-Bagan – eine Ansiedlung, die in kurzer Zeit aus dem staubigen Boden gestampft wurde. Heute stehen dort die meisten Unterkünfte vom Low-Budget-Hostel bis zur schicken Luxusherberge. Mittlerweile hat sich die Bevölkerung mit dem Tourismus gut arrangiert, viele ambulante Händler leben ausschließlich von den Einnahmen aus Souvenirverkäufen. Der 2005 errichtete Nan Myint Tower mit Restaurants, Büros, Konferenzräumen und Souvenirshops stößt bei den Einheimischen nicht auf Gegenliebe. Mag der Aussichtsturm die Heiligtümer vor dem sukzessiven Zerfall durch das tägliche Besteigen schützen, so zerstört er aber auch – selbst in den Augen der UNESCO – das beeindruckende Landschaftsbild und viele Arbeitsplätze der hiesigen Bevölkerung.

Die goldene Lawkananda-Pagode steht am Fluss Ayeyarwady nahe Neu-Bagan in Myanmar.
Myanmar, Bagan, Lawkananda-Pagode am Ayeyarwady-Fluss im Abendlicht

Der illuminierte Ananda-Tempel erstrahlt in der Tempelebene von Bagan in Myanmar.
Abendstimmung in Bagan – Beleuchteter Ananda-Tempel

Jeden Morgen das gleiche Schauspiel in Bagan

Es wird rasch dunkel. Der Lichtkegel vom Elektroroller verfängt sich im Staub der Straße. Jetzt bin ich tempelmüde und surre in Richtung New Bagan. Mein Blick wandert kurz zum Himmel, es ist sternenklar. Morgen früh wird Bagan wieder einer Hollywood-Kulisse für einen Disney-Streifen gleichen. Ich werde das Schauspiel vermissen!


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