» Artikel aus unserem Laos Reiseführer
Flusskreuzfahrt in Laos auf dem Mekong – Magische Momente zwischen Luang Prabang und dem Goldenen Dreieck
Eine Flusskreuzfahrt in Laos auf dem Mekong führt durch eine der ursprünglichsten Regionen Südostasiens. Zwischen Luang Prabang, Dschungeldörfern und dem Goldenen Dreieck in Thailand erlebt man entschleunigtes Reisen, buddhistische Traditionen und unvergessliche Naturmomente.
Was gibt es Beglückenderes, als einen Strom zu bereisen, wo an den Ufern die Zeit stillsteht oder manchmal sogar die Uhren noch ein wenig zurückgedreht werden. Einer dieser Flüsse ist der Mekong, besonders der Teil von Laos. Hier entrinnt man dem tosendem Lärm der Moderne, taucht ein in das Land der heiteren Gelassenheit.
Soll es dabei richtig bequem zugehen, empfiehlt sich dafür eine Flussreise mit einem Flusskreuzer oder für Abenteuer ein Longtailboot. Aber vorher nicht vergessen die Flussgeister zu besänftigen!

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Hi, wir sind Annett & Mario. Wir arbeiten hauptberuflich als Reisejournalisten, Fotografen und Autoren mit über 25 Jahren Reiseerfahrung in Südostasien. Unser Reiseportal Abenteuerglobus betreiben wir seit 2014. Komplette Reportagen und Reise-Specials von uns findest du auch in der GEO, Stern, Spiegel, National Geographic, in etlichen Reiseführern und Bildbänden.
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Artikelinhalt: Flusskreuzfahrt von Luang Prabang nach Thailand
- Kreuzfahrt auf dem Mekong nach Thailand
- Am Grab von Henri Mouhot
- Luang Prabang und der Mekong
- Buddhismus am Mekong
- Mekong-Kreuzfahrt ab Luang Prabang
- Unterwegs auf dem Mekong
- Mekong-Kreuzfahrtschiff
- Kulinarische Erlebnisse auf der Kreuzfahrt
- Abenteuer in Nordlaos
- Begegnungen mit der Khmu-Ehtnie
- Mekong-Kreuzfahrt Richtung Thailand
- Goldenes Dreieck Thailand
- Reisetipps für Luang Prabang und Chiang Sean
Flussreise auf dem Mekong in Laos von Luang Prabang nach Thailand ins Goldene Dreieck
Mystischer Auftakt am Grab von Henri Mouhot
Wer den Mekong bereist, sollte mindestens einmal das Grab des Mannes besuchen, der als Pionier aller Mekong-Abenteurer gilt, laut Mister Vang. Das bringe Glück bei der Weitereise, und kostet hin und zurück nur 30.000 Kip. Mister Vang ist Tuk-Tuk-Fahrer in Luang Prabang. Während er oberhalb an der staubigen Straße wartet und ein laotisches Nickerchen macht – Laoten können nämlich überall schlafen –, tapsen wir einen schlammigen Pfad entlang über einen sanften Hügel bis zu dem weißen Grabstein. Hier scheint lange niemand gewesen zu sein. Die kleine Bank ist mit vertrocknetem Laub bedeckt, eine Ameisenstraße schlängelt sich quer über die Sitzfläche. Ab und an finden vereinzelte Sonnenstrahlen den Weg durch den grünen Blätterwald. Das diffuse Licht macht diesen mystischen Ort noch geheimnisvoller. Die Vögel scheinen respektvoll leise zu trällern, nur das monotone Rauschen vom Nam-Khan-Fluss dringt wie eine endlose Sinfonie durchs Dickicht. Hier also ist die letzte Ruhestätte von dem Mann, der mit eisernem Willen den Mekong auf seiner ganzen Länge bereisen wollte. Und hier nahm seine Abenteuerreise im Nebel einer Malariainfektion ein abruptes Ende. Heute erinnert nur noch der weiße Grabstein mit den leuchtend goldenen Lettern „Henri Mouhot 1826 -1861“ an den mutigen Mekong-Forscher.



„Tadle nicht den Fluß, wenn du ins Wasser fällst!“
Asiatische Weisheit



In der Packliste für Laos findest du unsere Tipps, was nicht auf deiner Reise im Gepäck fehlen sollte.
Luang Prabang und der Mekong: Kolonialer Charme und UNESCO-Weltkulturerbe
So stellt man es sich vor, das „alte“ Asien. Dampfende Garküchen auf dem Gemüsemarkt, leise rollender Verkehr in engen Gassen, Frangipani-Blüten, die überall ihren süßlichen Duft verströmen, Klosteranlagen mit Gebetshallen, aus denen sonore Gesänge der Mönche dringen und das alles gemixt mit einem Hauch kolonial, morbiden Kolorit. Luang Prabang, seit 1995 Weltkulturerbe, ist so ein Ort, und zweifelsohne der schönste unter den ehemaligen Königsstädten im alten Indochina. Hier beginnt das „alte“ Asien schon früh am Morgen. Die ersten Trommelschläge um vier Uhr treiben Novizen und Mönche aus ihren Betten – Morgenwäsche, Morgengebet, Morgencheck bei Facebook. Pünktlich um halb sieben verlassen 800 Geistliche die 30 Klöster der Stadt und schreiten Kutte an Kutte, wie ein orangefarbener Leuchtstrahl, durch die Altstadt. Einheimische beschenken sie mit weißen Klebreiskugeln, Süßigkeiten und Geldscheinen, Touristen tauchen die Würdenträger in grelles Blitzlichtgewitter.


Buddhismus am Mekong: Mönchsprozessionen und Klosterschulen in Luang Prabang
Kaum ist die Mönchsprozession vorbei, füllen sich die Cafés und Bistros mit Touristen. Ofenfrische Baguettes, Café au lait und der Schmelzkäse La Vache qui rit verdrängen Nudelsuppe und gebratenen Reis von den Speisekarten. Längst hat die Sonne Luang Prabang in grelles Licht getaucht und lässt das Gold der Pagodenspitzen glänzen. Im Wat Xieng Thong, das älteste Kloster der Stadt, treffen wir Novize Shanti. Der 14-Jährige kommt aus dem abgelegenen Dorf Ban Don Noi, hoch oben im Norden von Laos. Seit drei Monaten studiert er hier die Lehren Buddhas, Mathematik und Englisch. Sein Zimmer in der Klosterherberge ist größer als das Haus seiner achtköpfigen Familie. Ob er denn wieder zurück in sein Dorf möchte wollen wir wissen. „Nein!“, schießt es wie aus der Pistole. „Dort muss ich nur Rinder hüten und Gummibäume anritzen.“ Trotz der Schulpflicht in Laos bekommen viele Jungen nur in einem Kloster die nötige Grundausbildung. Mädchen gehen leer aus. Für sie sind Klosterschulen „No-Go-Area“.





Mekong Kreuzfahrt ab Luang Prabang: An Bord der Mekong Sun
Keine zwei Minuten vom Wat Xieng Thong entfernt gehen wir an Bord auf unser Zuhause für die nächsten Tage. Das schicke zweistöckige Kabinenschiff Mekong Sun von Lernidee nimmt uns mit ins berühmt-berüchtigte Goldene Dreieck nach Thailand. Die Straßenschuhe bleiben, wie in Asien üblich, am Eingang stehen, so zeigt der Gast dem Hausherren seinen Respekt. Zudem fühlt es sich weich und warm an auf den blanken Holzdielen barfuß zu wandeln. Gemächlich gleitet unser Schiff stromaufwärts. Hinter Luang Prabang fließt der Mekong ruhig und träge, kein Gurgeln, kein Zischen, kein Wirbeln, als sei der große Strom in die Jahre gekommen. Die 1.000 PS der zwei Hino-Motoren schnurren gutmütig mit halber Kraft. Vielleicht, um nicht die vielen Buddha-Figuren in der Tham-Thing-Höhle am linken Ufer zu erschrecken. Aus Bronze, Palisanderholz, Ton oder Sandstein, je nachdem was sich der Pilger leisten kann, stehen sie im Schutz der Dunkelheit, eingehüllt vom Staub der letzten Jahrhunderte. Anschauen erlaubt, mitnehmen verboten! Es gab in der Vergangenheit Souvenirjäger, die ihre langen Finger nicht unter Kontrolle hatten.

Unterwegs auf dem Mekong: Entschleunigtes Reisen durch Nordlaos
An Bord unseres Teakholz-Kreuzers geht es den ganzen Tag typisch laotisch zu – sehr ruhig. Wer nicht am Elefantenrätsel, dem Kochkurs oder an Bordprogrammen teilnimmt, übt sich in Müßiggang. Die Liegestühle auf dem Oberdeck bieten dazu Logenplätze in der ersten Reihe für ein großartiges Freilichtkino in dem winkende Kinder, Fischer und lachende Frauen als Schauspieler mitwirken und die Kulisse ein grün-getünchter Dschungelkorridor ist – und das alles im Panoramaformat.

Mekong-Kreuzfahrtschiff: Menschen, Geschichten und Schiffsbau auf dem Fluss
Bootsmanager Phetchamphone Khoundala, der einfachheitshalber nur Mister Oth genannt wird, liebt genau dieses Naturerlebnis in Laos. Fragt man ihn nach den Anfängen seiner Laufbahn als Bootsbauer und Touristikunternehmer, ist er kaum zu bremsen. Seine Aussprache verrät, dass er in Leipzig Telekommunikation studierte. „Als ich 1995 nach Laos zurückkehrte, stand ich vor dem Nichts. Politschulung, Kopfwäsche und sechs Monate ohne Arbeit, ja, die da oben haben den Neuanfang nicht leicht gemacht.“ Anfang 2003 kam Hans Engberding, Chef des Berliner Unternehmens „Lernidee Erlebnisreisen“, in Oths Arbeitsleben. Schnell waren sie sich einig: Wir zeigen den Touristen den Mekong auf unseren eigenen Kabinenschiffen. „Ich hatte keinen blassen Schimmer vom Schiffsbau, aber Hans sagte, du schaffst das schon“, erzählt er weiter. Tatsächlich startete zwei Jahre später, Ende November 2005, der halbfertige Katamaran zur Jungfernfahrt ins chinesische Jinghong mit 40 Handwerkern an Bord. Alle mussten Tag und Nacht arbeiten, schließlich war die Rücktour schon mit 23 Gästen ausgebucht. „Und dann beschlagnahmten noch die Chinesen an der Grenze das teure argentinische Filet“, ärgert sich Oth. „Das Kilo kostete uns 20 Dollar!“




Kulinarische Erlebnisse auf der Mekong-Kreuzfahrt in Laos
Unser Flusskreuzschiff stoppt jeden Abend an einer anderen Sandbank. Zum Bergfest-Dinner ließen sich Schiffskoch Tie und die Crew etwas besonderes einfallen. Barbecue unter Bananenstauden im Mondschein. Den geselligen Abend mit Lagerfeuer, selbstgebranntem Reisschnaps und Beerlao würzten Mister Tie, Barkeeper Sid und Kellner Somephone mit Klampfe und laotischen Liebesliedern. Als sich die Sonne am nächsten Morgen noch schüchtern hinter den watteverhüllten Bergen versteckt, ist Kapitän Khao schon mit dem Spaten und einer Plastikflasche am Ufer unterwegs. Grillenjagd. Löcher, so groß wie eine Fünf-Cent-Münze, verraten ihm den schmackhaften Erdbewohner. Vor dem Frühstück kommt Mister Khao mit einem Teller goldbraun frittierter Insekten aus der Küche und hält ihn in die Runde. Die Krabbler triefen vor Öl und strotzen vor Kalorien, aber ein Laap, das laotische Nationalgericht aus Gehacktem, Minze, Zitronengras, Fischsoße und Reismehl scheint uns dann doch vertrauenswürdiger.



Abenteuer in Nordlaos: Bootstour auf dem Nam-Tha-Fluss
Allein die Fahrt auf dem Nam-Tha-Fluss ist es schon wert, sich bei 33 Grad die signalroten Schwimmwesten anzutun. Die wendigen Boote kreisen um wilde Stromschnellen, die braune Brühe brodelt und kocht. Auf Einheimische müssen wir wirken wie Bojen auf der Flucht. An den Ufern fliegt das Dorfleben vorbei, üppiges Grün der Wälder bleibt im Gedächtnis haften, kaum Brandnarben, kein Kautschuk. Nach 30 Minuten wieder mit festen Boden unter den Füßen, stehen wir im Dorf der Khmu-Ethnie Don Mixay.

Begegnungen mit der Khmu-Ethnie in Don Mixay
Nach einer kurzen Dorfbesichtigung, mit Augenmerk auf die Affenschädel über den Hauseingängen, die böse Geister fernhalten sollen, steht das Schulprojekt der „Mekong Sun“ auf dem Plan. Hefte und Stifte nehmen die drei Lehrer gern entgegen. Die Regierung verpflichtet Lehrkräfte aus Vientiane in diese abgelegenen Dörfer. Kostenlose Unterkunft, eine kleine Parzelle Land, 30 US-Dollar im Monat und ein Sack Reis als Lohn, die delegierten Lehrer gehören zu den Gutverdienern im Land.

Mekong-Kreuzfahrt Richtung Thailand: Gefährliche Passagen und Lotsenwissen
Zwischen Houay Xay und Chiang Saen, unserem letzten Abschnitt, zickt der Mekong ab und zu, wird heimtückisch, gefährliche Sandbänke und Riffe liegen dicht unter der Wasseroberfläche. Für die letzten 50 Kilometer bekommt die Crew Verstärkung. Der Lotse Mister Chit, ein Laote in XXL, kennt die Gegend wie seine Westentasche, er ist hier aufgewachsen. Kein Echolot, keine Flusskarte, nur mit seinem Gedächtnis führt er unseren Flusskreuzer durch die gefährlichen Passagen. Markante Bäume, Gebäude und Hügel in der Landschaft dienen ihm in gedachter Linie zum Mekong zur Orientierung.

Goldenes Dreieck Thailand: Ankunft in Chiang Saen am Mekong
Im thailändischen Chiang Saen angekommen, macht sich etwas Schwermut unter den 21 Gästen breit. Die erlebnisreiche Fahrt mit einer klasse Crew durch das ruhige Land der Heiterkeit geht hier zu Ende. In Thailand hingegen ist Feierstimmung. Hier dreht sich die nächsten Tage alles um das Lichterfest Loy Krathong. Die Thais lassen schon Abende vorher einen Khom Fai, den Feuerballon aus Pergamentpapier, in den Himmel steigen, begleitet mit allerlei Wünschen. Wir stehen auf der erhöhten Promenade, unter uns die illuminierte „Mekong Sun“, über uns der klare Nachthimmel. Unser Khom Fai ist nur noch ein kleiner leuchtender Punkt weit oben zwischen den Sternen. Er nimmt unsere Wünsche mit auf seine Reise, dass die vielen Staudammprojekte von China und Laos niemals umgesetzt werden und die Laoten ihre unbeschwerte Lebensweise mit der fröhlichen Natürlichkeit lange beibehalten.



Reisetipps: Luang Prabang und Chiang Sean
Hotels in Luang Prabang
Alle Unterkünfte in Luang Prabang haben einen gewissen Charme, ob günstig oder exklusiv. Da ist es nicht einfach eine Auswahl zu treffen.
- Unser absoluter Favorit: Du möchtest morgens am Mekong frühstücken und dabei das Treiben auf dem Fluss beobachten? Dann ist das » The Belle Rive Boutique Hotel* genau das Richtige für dich. Wir waren schon oft in Luang Prabang und haben in verschiedenen Unterkünften übernachtet, aber hier hatten wir die besten Zimmer und einen hervorragenden Service.
- Wer es richtig ruhig haben möchte, wird die » Villa Sirikili Hotel* wählen.

Hotel, Resorts in Luang Prabang
- Top-Lage: » The Belle Rive Boutique Hotel*
- Ruhig: » Villa Sirikili Hotel*
Hotel in Chiang Sean
In Chiang Sean bleiben wir immer zwei Nächte, um die ruhige Atmosphäre am Mekong zu genießen.
- Unser Tipp: Das » Siam Triangle Hotel Chiang Sean* hat sehr saubere Zimmer, einen hervorragenden Service und liegt direkt am Mekong. Hier kann man die Kreuzfahrt aus Laos noch einmal Revue passieren lassen.

Hoteltipp in Chiang Sean
- Top-Lage: » Siam Triangle Hotel Chiang Sean*
Die besten Reiseführer für Laos
Wir haben in unseren Empfehlungen die aktuellsten Reiseführer und Travel Guides für Laos aufgelistet. Zwar sind Blogs und digitale Reiseberichte immer sehr nützlich, aber einen gedruckten Reiseführer von Laos solltest du zusätzlich im Gepäck haben.









