Camping in Ferropolis und Festivals: Vanlife, Rockstars und Industriekultur erleben
Ferropolis ist weit mehr als nur ein Museum der Industriekultur. Die berühmte Stadt aus Eisen ist ein außergewöhnliches Reiseziel für Camper, Vanlife-Fans und Festivalbesucher. Auf einer Halbinsel im Gremminer See in Sachsen-Anhalt gelegen, verbindet Ferropolis monumentale Tagebaugiganten mit Wasser, Natur und modernen Veranstaltungen.
Besonders attraktiv ist Ferropolis für Wohnmobilreisende, denn im Frühjahr ist Camping direkt auf dem Gelände möglich. Meistens bis Anfang Juni, bevor die großen Veranstaltungen und Festivals beginnen, können Camper den Ort noch in seiner ruhigen und ursprünglichen Form erleben. Weite Flächen, beeindruckende Stahlkolosse und spektakuläre Sonnenuntergänge prägen diese besondere Zeit.
Im Sommer zeigt Ferropolis ein völlig anderes Gesicht. Dann verwandelt sich die Stadt aus Eisen in eine der eindrucksvollsten Event-Locations Deutschlands. Internationale Festivals, Open-Air-Konzerte und das Vanlife Ferropolis Festival ziehen Besucher aus ganz Europa an. Kaum ein anderer Ort verbindet Camping, Vanlife, Industriekultur und Veranstaltungen so eindrucksvoll wie Ferropolis.

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Hi, wir sind Annett und Mario. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Reisejournalisten, Fotografen und Autoren mit dem Schwerpunkten Deutschland, Europa und Camping. Wir schreiben und fotografieren für GEO, Stern, Spiegel, National Geographic Magazin, Reiseführer und Bildbände.
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Artikelübersicht: Camping in Ferropolis
- Ferropolis: Camping unter Baggern
- Campen in Ferropolis
- Ferropolis: Unser erstes Mal Camping
- Ferropolis: Hotels und Ferienwohnungen
- Die fünf Giganten von Ferropolis
- Event: Vanlife Ferropolis 2026
- Veranstaltungsort Ferropolis
Ferropolis: Camping unter Abraumbaggern
Sie heißen Gemini, Big Wheel, Mosquito, Mad Max und Medusa, haben seit über 30 Jahren ausgedient und gehören seitdem zum „alten Eisen“. Die gigantischen Tagebaugeräte kamen als Bagger und Absetzer in der Braunkohleindustrie der ehemaligen DDR zum Einsatz. Heute stehen sie inmitten von Ferropolis (📍 Google Maps), einem Freilichtmuseum am Gremminer See und haben das Vergnügen Kulisse für bekannte Rockgrößen, wie Metallica, Böhse Onkelz, Deep Purple, Herbert Grönemeyer oder Jethro Tull zu sein. Sogar das Team vom „Polizeiruf 110“ suchte hier schon in der Folge „Laufsteg in den Tod“ nach einem Mörder.

Mit dem Camper in Ferropolis übernachten
Stellplätze zwischen den Baggern
Nachdem wir mit unserem Van VW T3 Atlantic an der Abraumbrücke F60 am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf übernachtet haben, war Ferropolis für uns auch ein absolutes Muss. Es ist wirklich ein abgefahrenes Gefühl, unter einem dieser riesigen Bagger zu campen, die früher zur Energieversorgung der ehemaligen DDR beitrugen. Von Anfang Anfang April bis Anfang Juni ist das Freilichtmuseum für alle Arten von Wohnmobilen geöffnet. Den Anblick der riesigen Stahlmonster vergisst du nicht so schnell, wenn du nachts aus dem Bullifenster schaust. Das hat irgendwie was von dem Film „Transformers“. Und die Lichtstimmung am frühen Morgen, wenn die tief stehende Sonne durch die Giganten blinzelt, brennt sich garantiert in dein Gedächtnis ein.
Art der Stellplätze in Ferropolis
Es gibt verschiedene Stellplätze: „Big Wheel“ liegt direkt am Spielplatz und eignet sich aufgrund der Wiesenfläche auch für Zelte. „Medusa“ befindet sich in direkter Nähe zu den sanitären Anlagen. „Premium“ liegt in direkter Nähe zum Strand und zu „Mad Max“.

Ist 2026 Camping in Ferropolis erlaubt?
Laut der Webseite von Ferropolis ist 2026 wieder Camping mit dem Van, Kastenwagen, Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt in der Zeit vom 2. April bis 1. Juni 2026 möglich.
In diesem Zeitraum finden auf dem Gelände von Ferropolis kaum Veranstaltungen statt. Nach dem 1. Juni 2026 ist das Campen mit Vans und Kastenwagen zwischen den Baggern nur noch im Rahmen der Veranstaltung VANLIFE FERROPOLIS (siehe weiter unten) möglich, sofern man ein Ticket für diese Veranstaltung besitzt.
Adresse: Ferropolistr. 1, 06773 Gräfenhainichen, Telefon: 034953-35120, Preise für den Stellplatz sind inkl. Strom und WC/Dusche und Eintritt ins Museum, Anmeldung: Ticketschalter für den Museumseintritt.

Unser erstes Camping-Abenteuer in Ferropolis
Mitte Mai waren wir zum ersten Mal mit unserem VW T3 Atlantic in Ferropolis campen. Wir suchten uns einen Stellplatz, von dem aus wir den Gremminer See sehen konnten, und fanden schließlich einen auf einer kleinen Erhebung direkt am Ufer. Hinter uns standen die riesigen Bagger wie stählerne Wächter. Wir fühlten uns winzig neben diesen Giganten und gleichzeitig seltsam beschützt.

Die Stimmung am Abend kurz vor Sonnenuntergang hinter den Baggern war magisch. Das warme Licht spiegelte sich im Gremminer See und lange Schatten der Bagger zogen über das Gelände. Für einen Moment wirkte alles fast zeitlos. Wir stellten uns vor, welche Geschichten diese Maschinen wohl erlebt hatten. Es war, als würden wir einen Moment der Vergangenheit einatmen: den Lärm der Bagger und den Staub im ehemaligen Bergbaugebiet Golpa Nord.
Nach Einbruch der Dunkelheit legte sich ein fantastischer Sternenhimmel über Ferropolis. Ohne Straßenlichter, nur wir und die anderen Camper, das Wasser und die schwarzen Konturen der Maschinen.
Dieses erste Mal in Ferropolis war mehr als nur Camping. Es war ein Erlebnis, das uns die Größe, Geschichte und Präsenz der Stadt aus Eisen bewusst machte – ein Ort, der unvergesslich bleibt. Wir kommen auf jeden Fall wieder nach Ferropolis zum Campen.
Hotels und Ferienwohnungen für Ferropolis
Wer nicht mit dem Wohnmobil auf dem Ferropolis-Gelände campen möchte, hat die Möglichkeit, in Gräfenhainichen oder in der Nähe vom Gremminer See eine schöne Unterkunft zu finden.
- Die » Ferienwohnung Geyer* ist sehr gemütlich möbliert und lädt zum Längerbleiben ein. Sie liegt nah an Ferropolis und ist ein guter Ausgangspunkt für Touren in der Seenlandschaft.
- Die modern eingerichtete » Ferienwohnung Kirchblick* mit dem großen Balkon und schöner Aussicht liegt sehr zentral. Alles lässt sich gut zu Fuß erreichen und die Wohnung ist ein perfekter Ausgangspunkt für Fahrradtouren in die Umgebung.
- Das » Ferienhaus Hase Bomsdorfer Hof* ist für alle geeignet, die ein eigenes Haus mit Garten in einer ganz ruhigen Lage für den Aufenthalt bevorzugen.

Unterfünfte in Ferropolis
- Toplage: » Ferienwohnung Geyer*
- Zentral: » Ferienwohnung Kirchblick*
- Garten: » Ferienhaus Hase Bomsdorfer Hof*
Die fünf Giganten von Ferropolis
Wer durch Ferropolis geht, steht schnell vor Dimensionen, die den eigenen Maßstab verschieben. Die fünf erhaltenen Tagebaugroßgeräte prägen das Gelände und machen die Stadt aus Eisen zu dem, was sie ist. Sie stammen aus dem ehemaligen Tagebau Golpa Nord und waren über Jahrzehnte hinweg im täglichen Einsatz.
Heute sind die Maschinen stillgelegt, doch ihre Wirkung ist geblieben. Zwischen See und Stahl wird deutlich, welche Rolle sie für die Region gespielt haben. Besonders in den ruhigen Stunden, früh am Morgen oder am Abend, wenn nur wenige Menschen unterwegs sind, entsteht eine besondere Nähe zu diesen technischen Giganten.
Jeder der fünf Bagger hat einen Namen und eine eigene Aufgabe gehabt. Zusammen erzählen sie von Kraft, Präzision und dem Zusammenspiel komplexer Technik. Wer sie einzeln betrachtet, versteht Details. Wer sie als Gruppe erlebt, versteht Ferropolis.
Mad Max: Der Unermüdliche
Mad Max ist der bekannteste Bagger in Ferropolis und eines der zentralen Wahrzeichen der Stadt aus Eisen. Seine 40 riesigen Eimerschaufelräder waren darauf ausgelegt, über Stunden und Tage hinweg ununterbrochen Erdreich abzutragen. Damit zählte Mad Max zu den leistungsstärksten Großgeräten seiner Zeit.
Heute wirkt Mad Max wie ein stilles Denkmal für Dauerbetrieb, Ausdauer und industrielle Arbeit. Wer direkt vor diesem Bagger in Ferropolis steht, versteht sofort seine Anziehungskraft. Viele Besucher bleiben hier als Erstes stehen. Mad Max bewegt sich zwar nicht mehr, doch seine Präsenz prägt den Ort bis heute.

Big Wheel: Gigantisches Schaufelrad
Big Wheel ist einer der größten Schaufelradbagger in Ferropolis und prägt das Bild der Stadt aus Eisen maßgeblich. Mit seinem acht Meter hohen Schaufelrad dominiert er das Gelände und veranschaulicht die technischen und räumlichen Dimensionen, in denen im ehemaligen Tagebau gearbeitet wurde. Er steht exemplarisch für die enorme Kraft der Tagebaugroßgeräte.
Für viele Besucher ist Big Wheel der eindrucksvollste der fünf Bagger in Ferropolis. Wer direkt unter seinem gewaltigen Schaufelrad steht, bekommt ein unmittelbares Gefühl für die Größenverhältnisse. Hier wird deutlich, wie klein der Mensch im Vergleich zu dieser Technik wirkt und welche Kraft hinter dem industriellen Bergbau stand.

Bagger Mosquito: Der Bewegliche
Mosquito ist einer der Bandabsetzer in Ferropolis und fällt durch seine vergleichsweise schlanke Bauweise auf. Besonders von vorn betrachtet erinnert seine Konstruktion tatsächlich an ein Insekt, was seinem Namen zusätzliche Plausibilität verleiht. Trotz dieses Eindrucks handelt es sich um ein leistungsstarkes Tagebaugroßgerät mit großer Reichweite.
Als Bandabsetzer war Mosquito dafür verantwortlich, gefördertes Material gezielt und effizient wieder abzusetzen. Seine Bauweise ermöglichte einen flexiblen Einsatz und machte ihn zu einem wichtigen Bestandteil des komplexen Systems im ehemaligen Tagebau Golpa Nord. In Ferropolis steht Mosquito für Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit und technische Präzision innerhalb der Stadt aus Eisen.

Bagger Medusa: Der Drehbare
Medusa ist einer der markantesten Absetzer in Ferropolis und fällt durch seinen langen Ausleger sofort ins Auge. Der Ausleger mit dem Förderband sowie der um 360 Grad schwenkbare Reparaturkran verleihen dem Bagger eine ungewöhnliche Erscheinung, die an die namensgebende mythologische Figur erinnert. Diese Bauart war kein Zufall, sondern Ausdruck hoher technischer Präzision.
Als Bandabsetzer übernahm Medusa die Aufgabe, große Mengen Material kontrolliert und effizient abzusetzen. Aufgrund ihrer Konstruktion war sie ein wichtiges Element im Zusammenspiel der Tagebaugroßgeräte im ehemaligen Tagebau Golpa Nord. In Ferropolis steht Medusa für ingenieurtechnische Komplexität und verdeutlicht, dass der Tagebau nicht nur von Kraft, sondern vor allem von durchdachter Technik geprägt war.
Bagger Gemini: Der Präzise
Gemini ist einer der Bandabsetzer in Ferropolis und gilt als der schwerste und gewaltigste der fünf erhaltenen Bagger. Seine Konstruktion besteht aus zwei getrennten Hauptteilen, dem Aufnahmegerät und dem Abwurfgerät, die gemeinsam den Materialfluss im Tagebau ermöglichten.
Heute bietet Gemini nicht nur einen Eindruck seiner ursprünglichen Leistung, sondern auch einen beeindruckenden Ausblick auf den Gremminer See und die am Ufer stehenden Camper. Wer hier steht, kann die Kombination aus Industriekultur, Wasser und Freizeitgestaltung aus einer besonderen Perspektive erleben.

Veranstaltung: Vanlife Ferropolis 2026
Das ultimative Treffen für alle Vanlifer, Caravaning- und Outdoor-Freaks, Selbstausbauer und Wohnmobilisten findet wieder in Ferropolis am Gremminer See statt. In diesem Jahr könnt ihr das Event vom 20. bis 23.08.2026 besuchen. Es werden spannende Workshops vom neuesten Trend zum Selbstausbau und Aussteller zu den Themen Vanlife, Caravaning und Camping angeboten. Natürlich gibt es tagsüber auch wieder Reiseberichte aus der Community sowie nützliche Tipps rund ums Verreisen und Vanlifen. Und ab abends wird mit Live-Musik & DJ-Sets bis in die Nacht gefeiert. Informationen wie immer unter der Webseite: www.vanlife-ferropolis.de

Veranstaltungsort Ferropolis: Wenn Stahl zur Bühne wird
Ferropolis ist nicht nur ein Museum und ein Denkmal, sondern auch eine der eindrucksvollsten Eventlocations Europas. Kaum ein anderer Ort verbindet Industriekultur, Landschaft und moderne Veranstaltungsformate so konsequent wie die „Stadt aus Eisen“.
Wo früher rund um die Uhr Braunkohle gefördert wurde, entstehen heute Bühnen, Tanzflächen und Begegnungsräume. Die fünf gigantischen Tagebaugroßgeräte sind dabei mehr als nur eine Kulisse: Sie sind Teil des Gesamterlebnisses. Sie rahmen das Gelände ein, ragen über die Bühnen und geben jeder Veranstaltung eine unverwechselbare Identität. Stahl wird hier zur Architektur und zur Bühne zugleich.
Ein Ort mit Atmosphäre
Was Ferropolis so besonders macht, ist seine Authentizität. Die massive Präsenz der Maschinen erzeugt eine einzigartige Atmosphäre, die sich nicht nachbauen lässt. Wenn am Abend Lichtinstallationen die Bagger anstrahlen und sich die Musik über den Gremminer See ausbreitet, entsteht eine Stimmung, die gleichermaßen historisch und modern wirkt.
Gerade bei Open-Air-Veranstaltungen entfaltet der Ort seine ganze Kraft: Der Himmel ist weit, der Blick schweift über Wasser und Stahl und die Dimensionen lassen selbst große Menschenmengen klein erscheinen, ohne erdrückend zu wirken.
Unser Tipp: Campen am Besucherbergwerk F60
Wenn dich Ferropolis, die alte Stadt aus Eisen, interessiert, dann findest du bestimmt unseren Artikel vom Campen am Besucherbergwerk F60 am Bergheider See auch spannend.


