» Artikel aus unserem Vietnam Reiseführer
Mit dem Wiedervereinigungsexpress quer durch Vietnam: Von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt
Der Wiedervereinigungsexpress ist mehr als nur ein Zug – er ist die rollende Lebensader Vietnams. Auf der legendären Nord-Süd-Strecke von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt verbindet er in knapp 1.800 Kilometern zwei Welten, unzählige Landschaften und hunderte Geschichten. Wer hier einsteigt, reist nicht nur durch Raum, sondern auch durch Zeit: vorbei an smaragdgrünen Reisfeldern, schroffen Karstbergen, kaiserlichen Zitadellen, endlosen Stränden und schließlich in den vibrierenden Puls der Metropole Ho Chi Minh City.
Diese Zugfahrt ist kein touristischer Nostalgietrip, sondern gelebter Alltag – ein Mikrokosmos Vietnams auf Schienen, in dem Einheimische, Reisende, Verkäufer, Schaffner und Landschaft zu einem einzigen, stetig bewegten Panorama verschmelzen. Unsere Reise mit dem Wiedervereinigungsexpress wird damit zur wohl intensivsten Art, Vietnam in seiner ganzen Länge, Vielfalt und Energie zu erleben.

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Artikelinhalt: Vietnam Wiedervereinigungsexpress
Hanoi: Abfahrt im Wiedervereinigungsexpress
Der Bahnhof Hanoi wirkt am frühen Morgen wie ein überdimensioniertes Café mit Gleisanschluss. Teetassen klirren auf Plastiktabletts, Verkäufer balancieren Banh Mi über ihren Schultern, und aus den Lautsprechern scheppert eine Durchsage, die niemand so recht versteht, außer vielleicht der Wiedervereinigungsexpress selbst.

Gleis 1 ist schon in Bewegung, noch bevor sich die Türen schließen. Familien verabschieden sich mit halb gerührten, halb pragmatischen Umarmungen, Rucksäcke werden nach oben gewuchtet, und irgendwo zischt eine Thermoskanne wie ein überarbeiteter Schaffner kurz vor Feierabend. Der Zug von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt ist kein romantischer Nostalgie-Express, sondern ein funktionierendes Rückgrat des Landes – laut, lebendig und erstaunlich herzlich. Als die Lokomotive anruckt, setzt sich dieses tiefe, vibrierende Zittern in Gang, das uns für fast 1.800 Kilometer begleiten wird. Wir sichern uns den Fensterplatz wie andere Reisende einen guten Surfspot: mit strategischem Blick und einer gewissen Ernsthaftigkeit. Draußen zieht Hanoi langsam vorbei mit den Rollerströmen, schmalen Häuserfronten, Wäscheständern auf Balkonen, die aussehen wie bunte Fahnen im Wind.
Nach wenigen Kilometern verändert sich das Bild. Beton wird zu Grün, Straßen zu Feldwegen, und das Chaos der Hauptstadt löst sich in ein geordnetes Patchwork aus Reisfeldern auf. Frauen in konischen Hüten beugen sich über die Setzlinge, Wasserbüffel stehen reglos da und schauen kauend dem Zug hinterher.
Im Abteil herrscht eine angenehme, fast familiäre Stimmung. Eine Händlerin breitet sorgfältig ihre Snacks aus – gesalzene Erdnüsse, Reiskekse, süße Jackfruchtchips – und bietet uns wortlos, aber mit einem erwartungsvollen Lächeln, eine Schale an. Ablehnen wäre unhöflich, Annehmen ein Versprechen. Man ist jetzt Teil dieser rollenden Gemeinschaft. Der Schaffner zieht in seiner makellosen Uniform und mit einem Klemmbrett unter dem Arm an den Fahrgästen vorbei. Er kontrolliert Tickets mit der Effizienz eines Uhrwerks und dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der dieses Land wahrscheinlich öfter durchquert hat als jeder Atlas. Ein kurzes Nicken, alles in Ordnung, und weiter geht’s.

Zwischen den Stationen wird der Wiedervereinigungsexpress zum Beobachtungsposten. Durch das Fenster sehen wir kleine Bahnhöfe vorbeiziehen, auf denen Hühner wild umherflattern, Kinder winken, und Händler auf dem Bahnsteig zuckersüßen Kaffee in Pappbechern verkaufen. Vietnam zeigt sich nicht als Postkartenmotiv, sondern im ungeschönten Alltag.

Hanoi rückt endgültig in den Hintergrund, als wir die Vororte hinter uns lassen. Was bleibt, ist das rhythmische Klackern der Räder, das leise Brummen des Ventilators über unseren Köpfen und das Gefühl, dass diese Zugfahrt mehr ist als nur Transport von Ort zu Ort. Sie ist der Auftakt zu einer langen, vielschichtigen Reise durch Vietnam entlang der legendären Nord-Süd-Strecke. Der Wiedervereinigungsexpress hat uns aufgenommen.
Praktische Tipps für Hanoi

In unserem Artikel findest du alle Sehenswürdigkeiten, spannende Ausflüge und weitere Übernachtungstipps.
Unser Hoteltipp für Hanoi
- Unsere Wohlfühloase: Das » Bendecir Hotel & Spa* mit komfortablen Zimmern und einer Rooftop-Bar, von der aus man eine grandiose Aussicht auf die Stadt hat, liegt mitten in der Altstadt, nur 250 Meter vom Hoan-Kiem-See entfernt.

Hotel in Hanoi
- Rooftop-Bar + View: »Bendecir Hotel*
🚅 Weiter geht’s: Für die kurze Zugfahrt nach Ninh Binh haben wir den Zug um 8 Uhr genommen und waren gegen 10:30 Uhr in der Kleinstadt. So blieb uns am selben Tag noch viel Zeit, um die Gegend zu erkunden. Reisebeispiel: » Zug von Hanoi nach Ninh Binh*
Ninh Binh: Karst, Wasser und das leisere Vietnam
Südlich von Hanoi verändert sich die Kulisse überraschend schnell. Der Wiedervereinigungsexpress gleitet aus der flachen Ebene hinaus, und plötzlich ragen Karstfelsen aus den Reisfeldern wie bemooste Rücken aus einem grünen Meer. Im Abteil wird es ruhiger: Mandarinen werden geschält, jemand nickt ein, der Ventilator knarzt tapfer weiter.


In Ninh Binh steigt man in ein anderes Vietnam aus – weniger Hupen, mehr Horizont. Die meisten Reisenden steuern Trang An oder Tam Coc an, wo kleine Boote durch schmale Wasserwege und dunkle Höhlen gleiten, eingerahmt von steilen Kalksteinwänden. Wer Aussicht will, schleppt sich die Stufen zum Mua Cave Viewpoint hinauf und wird oben mit einem Panorama belohnt, das den Schweiß fast vergessen macht.
Weniger bekannt, aber mindestens ebenso beeindruckend ist der Cuc-Phuong-Nationalpark, der älteste Nationalpark Vietnams. Hier führen schattige Dschungelpfade durch uralte Bäume und im Endangered Primate Rescue Center kann man seltene Primaten beobachten, darunter die eleganten Weißschenkel-Languren, die wegen ihres schwarz-weißen Fells auch „Affen mit den weißen Hosen“ genannt werden.

Abends wird es in Ninh Binh schon sehr früh still. Kein Bahnhofsgetöse, keine hupenden Roller – nur Grillen, Frösche und die gedämpften Geräusche der Nacht über den Reisfeldern.
Zwei Tage später stehen wir am Abend wieder am Gleis, Rucksäcke auf den Schultern, als der Wiedervereinigungsexpress einfährt. Kurz darauf nimmt er uns wieder auf und trägt uns in einem gemütlichen Schlafabteil weiter Richtung Süden.
Praktische Reisetipps für Ninh Binh
Hoteltipp für Ninh Binh
- Die kleine Anlage » Tam Coc Horizon Bungalow* liegt idyllisch zwischen Karstbergen und Reisfeldern. Die Bungalows sind gemütlich mit Terrasse und aus Naturmaterialien gestaltet. Pool, Fahrrad- und Scooterverleih.

Hotel bei Ninh Binh
- Naturoase: » Tam Coc Horizon Bungalow*
🚅 Weiter geht’s nach Hue: Für die lange Zugfahrt von Ninh Binh haben wir uns ein Schlafabteil genommen und kamen so gegen 9 Uhr ausgeschlafen in Hue an. Fit und genug Zeit, um noch die Stadt zu erkunden. Reisebeispiel: » Unser Zug von Ninh Binh nach Hue*
Hue: Nachtfahrt in die Kaiserstadt
Südlich von Ninh Binh wird die Landschaft wieder flacher, gleichmäßiger. Man verpasst nichts, somit eine ideale Kulisse für die erste richtige Nacht im Wiedervereinigungsexpress. Im Schlafwagen liegt eine eigentümliche Intimität in der Luft: schmale Kojen, eine leise summende Klimaanlage und das monotone Rattern der Schienen, das eher beruhigt als stört. Draußen gleiten dunkle Reisfelder vorbei, durchbrochen von den vereinzelten Lichtern kleiner Dörfer.
Am Morgen rollt der Zug in Hue ein. Schon am Bahnhof merkt man, dass dies ein anderer Ort ist als Hanoi: ruhiger, geordneter und spürbar von Geschichte geprägt. Die Kaiserstadt mit ihrer mächtigen Zitadelle liegt nur einen kurzen Weg entfernt, und beim Durchschreiten ihrer Tore wird schnell deutlich, warum Hue über Jahrhunderte das politische Zentrum Vietnams war.

Entlang des Parfümflusses treibt das Leben gemächlich dahin: Drachenboote, Marktstände, Radfahrer mit flachen Strohhüten. Außerhalb der Stadt warten die Königsgräber, verstreut in grünen Hügeln – prunkvoll, ruhig und überraschend weitläufig.
An den Abenden kehrt man müde, aber beeindruckt zurück. Hue wirkt nach diesen Tagen weniger als ein bloßer Zwischenstopp, mehr wie ein bewusstes Innehalten in der Geschichte des Landes.
Von Hue geht es vormittags weiter – bewusst bei Tageslicht, denn die Strecke über den Wolkenpass gehört zu den spektakulärsten Abschnitten der gesamten Nord-Süd-Bahn. Steile, bewaldete Berghänge, tiefe Einschnitte und immer wieder Ausblicke aufs Meer ziehen am Fenster vorbei, während der Wiedervereinigungsexpress sich kurvenreich nach Süden arbeitet.
Praktische Reisetipps für Hue
Hoteltipp für Hue
- Hier waren wir: Das » Jade Scene Hotel* bietet gemütliche Zimmer, zum Teil mit Balkon, Spa und einenSwimmingpool auf der Dachterrasse, von dem man einen wunderschönen Cityview.

Hotel im Zentrum von Hue
- Rooftop Pool: » Jade Scene Hotel*
🚅 Weiter geht’s: Für die spannende Bahnfahrt über den Wolkenpass von Hue nach Danang haben wir uns einen Fensterplatz genommen, um viel von der Landschaft sehen zu können. Und wir waren zeitig genug da, um nach Hoi An weiterfahren zu können. Reisebeispiel: » Unser Zug von Hue nach Danang* und weiter mit dem 🚐 » Van nach Hoi An*.
Danang und Hoi An: Zwei Tage im Laternenlicht
In Danang steigt man aus und steht plötzlich zwischen Beton, Strand und Bergen. Die Marble Mountains ragen wie steinerne Wächter über der Stadt, während die Drachenbrücke auf ihren nächsten Feuerstoß wartet. Danang fühlt sich modern und aufgeräumt an. Aber wegen Danang sind wir nicht aus dem Zug gestiegen.

Ein kurzer Sprung weiter bringt uns nach Hoi An, und damit in eine andere Welt. Laternen spiegeln sich im Wasser des Thu-Bon-Flusses, Schneiderateliers reihen sich aneinander, und in den enge Gassen riecht es nach Kaffee, Räucherstäbchen und frisch gebratenem Banh Xeo. Vom metallischen Klang der Schienen wechseln wir hier in ein warmes, gemächliches Tempo.
Zwei Tage bleiben wir, um die Altstadt zu Fuß zu durchstreifen, über die überdachte Japanische Brücke zu gehen und am frühen Morgen über den Markt zu schlendern, wenn die Stadt noch schläfrig ist. Am Nachmittag setzen wir uns in ein Café am Fluss, beobachten Fischerboote und das goldene Licht, das die alten Fassaden zum Leuchten bringt. Abends verwandeln die Laternen Hoi An in ein sanft schimmerndes Bühnenbild.
Doch so idyllisch es in Hoi An auch ist, die Schienen lassen uns nie ganz los. Nach diesen zwei wundervollen Tagen stehen wir wieder am Gleis, hören das vertraute Pfeifen in der Ferne und wissen: Der Wiedervereinigungsexpress wartet schon, um uns weiter nach Süden zu tragen.
Praktische Reisetipps für Hoi An
Hoteltipp in Hoi An
- Die sehr nahe an der Altstadt gelegene » Mai Chi Villa Hoi An* war für uns die beste Wahl. Wir konnten alle Sehenswürdigkeiten erlaufen und hatten abends einen ruhigen Rückzugsort mit modern eingerichteten Zimmern und Top-Service.

Hotel nahe der Altstadt Hoi An
- Modern: » Mai Chi Villa Hoi An*
🚅 Nächste Etappe: Für die 10-stündige Weiterfahrt von Danang nach Nha Trang haben wir uns für ein Schlafabteil entschieden. Reisebeispiel: » Unser Zug von Danang nach Nha Trang*
Nha Trang: Wenn der Zug das Meer berührt
Je weiter der Wiedervereinigungsexpress nach Süden rollt, desto häufiger glitzert das Meer zwischen Palmen und Felsen auf. Die Schienen rücken zeitweise so nah an die Küste, dass man meint, die Brandung hören zu können. Im Waggon riecht es nach Instantnudeln, Kaffee und ein bisschen nach Abenteuer – oder einfach nach langer Fahrt.
Für die Strecke nach Nha Trang wählen wir erneut den Schlafwagen. Die Kojen sind gemütlich, und das gleichmäßige Rattern der Räder wirkt erstaunlich beruhigend. Draußen ziehen nächtliche Küstenorte vorbei, ihre Lichter wie Perlen aufgereiht entlang der dunklen Linie des Meeres.


Am Morgen empfängt uns Nha Trang mit türkisfarbenem Wasser und breitem Strand. Wir bleiben drei volle Tage und haben genug Zeit, um beides mitzunehmen: Stadt und Meer. Über der Stadt thronen die Po Nagar Cham Türme, stumme Zeugen einer viel älteren Geschichte, und am Markt gibt es Meeresfrüchte zum Frühstück, die den Unterschied zur Bordküche sofort deutlich machen.

Tagsüber wechseln wir zwischen Sightseeing und Strandleben: ein Spaziergang entlang der Promenade, Kaffee im Schatten, später Schwimmen im warmen Wasser oder ein Bootsausflug zu den vorgelagerten Inseln. Abends sitzt man barfuß am Strand, hört das Rauschen der Wellen und vergisst für einen Moment, dass man eigentlich auf einer langen Zugreise ist.
Nach drei erlebnisreichen Tagen kehren wir wieder zum Bahnhof zurück. Die Halle füllt sich, Koffer rollen über den Boden, Gespräche hallen zwischen den Bahnsteigen wider. Als der Wiedervereinigungsexpress einläuft, öffnen sich die Türen mit einem vertrauten Knirschen – und wir steigen wieder ein, bereit für die nächste Etappe Richtung Süden.
Praktische Reisetipps für Nha Trang
Hoteltipp für Nha Trang
- Klein, fein und preiswert ist das » Aaron Boutique Hotel* mit individuell gestalteten Zimmern im schicken Ambiente, Restaurant und Rooftop-Pool. Von hier waren wir schnell am Strand und in den Restaurants.

Hotel in Nha Trang
- Zentral: » Aaron Boutique Hotel*
🚅 Weiter geht’s: Für die knapp 6-stündige Zug- und Taxifahrt nach Mui Ne sind wir um 8 Uhr gestartet und waren so am frühen Nachmittag in unserem Resort am Strand. Reisebeispiel: Mit dem » Zug von Nha Trang nach Binh Thuan* (ca. 5 Stunden) und weiter mit dem » Taxi nach Mui Ne* (ca. 30 Minuten).
Mui Ne: Vier Tage Wind, Sand und Weite
Südlich von Nha Trang wird die Fahrt im Wiedervereinigungsexpress merklich ruhiger. Die Landschaft verliert an Dramatik und gewinnt an Weite: weniger Berge, mehr Himmel, weniger Wasser, mehr Sand. Das Klackern der Räder klingt hier fast gelassener, als wüsste der Zug, dass diese Etappe Zeit zum Durchatmen lässt.
Als wir in Binh Thuan aussteigen, ist gleich klar: Dies ist ein Durchgangsbahnhof, kein Ziel. Das eigentliche Leben spielt sich draußen an der Küste ab. Ein Taxi bringt uns weiter nach Mui Ne, vorbei an Fischsoßenfabriken, Palmenreihen und immer wieder dem leuchtenden Blau des Meeres.


Vier Tage bleiben wir hier – und das fühlt sich genau richtig an. In Mui Ne zeigt Vietnam ein völlig anderes Gesicht. Die roten und weißen Dünen wirken wie kleine Wüsten mitten in Südostasien, besonders im Morgenlicht, wenn der Wind feinen Sand über die Flanken treibt. Am Strand ziehen Fischerboote hinaus, während Kitesurfer über die Wellen tanzen – ein Bild, das so weit weg scheint vom Reisfeldgrün des Nordens.

Zwischendurch wandern wir barfuß durch den Fairy Stream: ein flacher Bach, der sich durch orangefarbene Sandformationen schlängelt, gesäumt von Palmen und Bambus. Kein Spektakel im großen Sinne – eher eine leise, fast märchenhafte Passage, bei der man den Rhythmus des Landes unter den Füßen spürt.
Abends wird es hier überraschend still. Kein Bahnhofslärm, kein Großstadtgetöse – nur Wind, Brandung und das leise Klirren von Gläsern in den Strandbars.
Erst nach diesen vier erholsamen Tagen stehen wir nach der kurzen Taxifahrt wieder am Gleis von Binh Thuan. Der Wiedervereinigungsexpress fährt ein, wir steigen erneut ein, bereit für die letzte Etappe Richtung Ho-Chi-Minh-Stadt.
Praktische Reisetipps für Mui Ne
Übernachtungstipp für den Mui Ne Beach
- Ein Traum unter Palmen. Gegenüber den roten Sanddünen und direkt am Meer liegt das wunderschöne » Pandanus Resort Mui Ne*. Zwei Swimmingpools und ein schöner, grüner Garten lassen das Urlauberherz höher schlagen. Absolute Wohlfühloase!

Resort am Mui Ne Beach
- Am Beach: » Pandanus Resort Mui Ne*
🚅 Auf zur letzten Etappe: Für die Zug- und Taxifahrt nach Ho-Chi-Minh-Stadt waren wir 4,5 Stunden unterwegs. Reisebeispiel: Mit dem » Taxi von Mui Ne* (ca. 30 Minuten) und weiter mit dem » Zug von Binh Thuan nach Ho-Chi-Minh-Stadt* (ca. 4 Stunden).
Ho-Chi-Minh-Stadt: Ausrollen in den Wirbelsturm
Je näher der Wiedervereinigungsexpress Ho-Chi-Minh-Stadt kommt, desto dichter wird alles: Häuser rücken näher an die Gleise, Kabelsalate spannen sich über die Dächer, und das Hupkonzert beginnt schon lange, bevor wir den Bahnhof erreichen. Das Klackern der Räder wird unruhiger, als würde der Zug selbst spüren, dass er gleich in den urbanen Strudel eintaucht.
Als wir in Ho Chi Minh City einrollen, öffnen sich die Türen wie Schleusen. Menschen strömen hinaus, Gepäck wird heruntergewuchtet, Taxifahrer rufen, Motorroller zischen vorbei. Nach Tagen von Wind, Dünen und Brandung fühlt sich diese Energie fast wie ein Kulturschock an.


Draußen empfängt uns die Stadt mit ihrer typischen Mischung aus Kolonialarchitektur und Hochhausboom. Das historische Hauptpostamt – entworfen von Gustave Eiffel, dem Architekten des Eiffelturms – wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, gleich nebenan steht die aus Backstein erbaute Kathedrale Notre-Dame. Ein paar Minuten weiter liegt der Wiedervereinigungspalast, sachlich-modern und doch voller Symbolik für Vietnams jüngere Geschichte. Und ein paar Straßen später pulsiert der Ben-Thanh-Markt mit Gerüchen, Stimmen und dem unvermeidlichen Feilschen.

Doch selbst hier bleibt der Zug gedanklich bei uns. Der Wiedervereinigungsexpress hat uns in wenigen Tagen von den Reisfeldern des Nordens über kaiserliche Geschichte, Küstenabschnitte und Dünenlandschaften bis ins Herz der größten Stadt Vietnams getragen. Als wir den Bahnhof hinter uns ließen, war klar: Die Reise ist vorbei – aber der Rhythmus der Schienen hallt nach. Ho Chi Minh City mag das Ende der Bahnlinie sein, doch die Geschichte dieses wundervollen Landes rollt weiter.
Praktische Reisetipps für Hoi An
Hoteltipp in Ho Chi Minh City
- Ein schöner Abschluss für die Zugreise: An der Shoppingmeile Dong Khoi Street steht das Hotel » The Myst Dong Khoi*. Schon von außen ist es ein Eyecatcher. Das Interieur besticht durch einzigartiges Design, Eleganz und Modernität. Das i-Tüpfelchen ist der lange Pool mit Liegen auf einer Dachterrasse.

Hotel in Ho Chi Minh City
- Rooftop-Pool: » The Myst Dong Khoi*

Reiseführer für Vietnam
In Vietnam nutzen wir immer den aktuellsten Reiseführer von Stefan Loose oder Lonely Planet. Zwar sind Blogs und digitale Reiseberichte immer nützlich, aber einen gedruckten Reiseführer von Vietnam solltest du auch im Gepäck haben.

Vietnam von Stefan Loose: Nützliche Infos, gut recherchiert und detaillierte Karten.
- Zum Stefan Loose Vietnam*
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