Campen mit dem Wohnmobil am Besucherbergwerk F60

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Camping im Besucherbergwerk an der Abraumbrücke F60

Campen an der Förderbrücke F60 am Bergheider See ist kein klassischer Natururlaub – und genau das macht ihn so besonders. In der südbrandenburgischen Lausitz treffen beeindruckende Industriegeschichte, rau wirkende Bergbaufolgelandschaften und überraschend viel Ruhe aufeinander. Zwischen dem rostbraun schimmernden Wasser des Bergheider Sees und der gewaltigen F60-Förderbrücke erleben Camper eine Region im Wandel, fernab von überfüllten Badeseen und typischen Campingidyllen. Stattdessen prägen Weite, Stahl, Geschichte und Stille das Bild.

Wer hier sein Wohnmobil abstellt oder das Zelt aufschlägt, sucht nicht nach Postkartenromantik, sondern nach authentischen Eindrücken, ungewöhnlichen Perspektiven und dem Gefühl, einen Ort zu entdecken, der noch nicht glatt poliert ist. Campen rund um die F60 und den Bergheider See bedeutet, den Strukturwandel der Lausitz hautnah zu erleben – bodenständig, ehrlich und eindrucksvoll.

In diesem Artikel geben wir aktuelle Tipps für das Besucherbergwerk F60: die besten Campingplätze, Führungen und Wanderungen am Bergheider See.

Camping mit dem Wohnmobil, Van oder Kastenwagen an der Abraumbrücke F60 am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf
Stellpatz vor der Abraumbrücke im Besucherbergwerk F60

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Artikelübersicht für das Besucherbergwerk F60

  1. Abraumbrücke F60
  2. Gigant aus Stahl
  3. Bergheider See
  4. Camping: Besucherbergwerk F60
  5. Hotels: Besucherbergwerk F60
  6. Führung Förderbrücke F60
  7. Veranstaltungsort F60

Vollmond an der Abraumbrücke F60

Weite, Stille, Einsamkeit. Mit Blick auf den Bergheider See sitzen wir vor unserem Bulli, lesen Bücher und lassen bei den lauen Temperaturen die Seele baumeln. Hinter uns zeigt sich der Himmel in zartem Pastell, eingefärbt vom letzten Sonnenlicht. Die Abraumbrücke F60 im Besucherbergwerk wird in den Farben Blau, Grün, Rot und Gelb illuminiert. In der einsetzenden Dunkelheit verschmelzen Licht, Farbe und Klang zu einer mystischen Kulisse für die nächtlichen Führungen. Das metallische Klacken, Rauschen und Schaben soll die Arbeitsgeräusche der Brücke nachempfinden und dem eisernen Monstrum kurzfristig etwas Leben einhauchen. Als Höhepunkt gesellt sich der Vollmond dazu und erste Sterne funkeln am Himmel. Wo, wenn nicht jetzt und hier, hat das Lieblingszitat der Campinggemeinde „Des Campers Fluch ist Regen und Besuch.“ seine absolute Berechtigung? Wirklich ein perfekter Abend!

Camper am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf an der Abraumbrücke F60
Camping vor der Abraumbrücke im Besucherbergwerk F60

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Gigant aus Stahl und Eisen

Die Abraumbrücke F60 (» Google Maps) wurde durch das Kombinat VEB TAKRAF Lauchhammer, der heutigen MAN TAKRAF Fördertechnik GmBH, vor Ort in den Jahren von 1989 bis 1991 erbaut. Dieser Stahlgigant ist der letzte von fünf gebauten Seriengeräten. Die Brücke kam von März 1991 bis Juni 1992 zum Einsatz. Der Stahlkoloss wird auch als „Liegender Eiffelturm der Lausitz“ bezeichnet. In der Gesamtlänge überragt die Abraumbrücke sogar den Eiffelturm in Paris um 182 Meter. Mit der Länge von 502 Metern, einer Breite von 202 Metern und der Höhe von fast 80 Metern ist der stählerne Gigant schon aus der Ferne sichtbar. Die Stahlbrücke F60 ist eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen weltweit. Und warum der Name F60? Die Abtragsmächtigkeit der beiden Bagger im Hoch- und Tiefschnitt beträgt insgesamt 60 Meter.

Sonnenuntergang: Am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf vor der Abraumbrücke F60 mit dem Camper stehen.
Mit dem roten Karl an der Abraumbrücke F60 im Besucherbergwerk

Bergheider See in der Lausitz – Besonderer Tagebausee mit rostbraunem Wasser

Der Bergheider See liegt in der sanften Landschaft der südbrandenburgischen Lausitz und ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich die Natur ehemalige Industriebrachen zurückerobert. Er ist aus einem ehemaligen Tagebau entstanden. Die eisenhaltigen Ablagerungen verleihen dem See seine charakteristische rostig-braune Färbung. Anstelle einer klassischen Badeidylle steht hier das Beobachten und Erleben einer sich entwickelnden Bergbaufolgelandschaft im Vordergrund. Das Baden spielt am Bergheider See kaum eine Rolle. Dafür zieht die besondere Atmosphäre Menschen an, die Ruhe, Weite und einen unverstellten Blick auf den Strukturwandel der Region suchen. Die kargen Ufer, umgeben von Heideflächen und jungen Wäldern, wirken zugleich rau und faszinierend. Spaziergänge rund um den See ermöglichen eindrucksvolle Ausblicke auf das dunkle Wasser und lassen die Dimensionen des ehemaligen Tagebaus erahnen. Der Bergheider See ist somit kein klassischer Badesee, sondern ein Ort, der durch seine Eigenwilligkeit und seine Geschichte beeindruckt. Die beste Aussicht auf den See hat man natürlich vom obersten begehbaren Punkt der Abraumbrücke F60, wenn man an einer der Führungen teilnimmt.

Rostbraunes Wasser im Bergheider See, Förderbrücke F60 im Hintergrund
Das Wasser vom Bergheider See lädt nicht wirklich zum Baden ein.

Bergheider See muss sich regenerieren

Im Lausitzer Seenland, südöstlich von Brandenburg, lässt sich ein ganzer Urlaub verbringen. Seit vielen Jahren werden im Lausitzer Tagebaugebiet ehemalige Abbauregionen mit Wasser geflutet. So entsteht ein weit verzweigtes Seenland, und ist jetzt schon die größte zusammenhängende Seenlandschaft in Deutschland. Einige Seen haben mittlerweile glasklares Wasser und laden schon zum Baden ein. Andere Flutungsgebiete wie der Bergheider See, müssen sich erst regenerieren bis sie von Badegästen erobert werden können. Auch wenn der See noch kein Badeparadies ist, lohnt es sich, eine Nacht im Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld-Schacksdorf mit dem Wohnmobil, Bulli oder Kastenwagen zu campen.

Roter Camper vor der Abraumbrücke F60 am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf
Mit dem roten Karl an der Abraumbrücke F60 im Besucherbergwerk

Wohnmobile am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf. Die Camper stehen mit Sicht auf die Abraumbrücke F60, außerhalb des Besucherbergwerks.
Wohnmobile an der Abraumbrücke F60 im Besucherbergwerk am Bergheider See

Camping mit Wohnmobilen im Besucherwerk F60 am Bergheider See in Lichterfeld-Schacksdorf
Camping vor der Abraumbrücke im Besucherbergwerk F60 am Bergheider See

Campen am Besucherbergwerk F60

Zustand vom Gelände am Bergheider See: Der Stellplatz ist teils sandig, teils mit Gräsern bewachsen. Durch den sandigen Unterboden sind viele Stellplätze sehr trocken. Hier solltet ihr sehr vorsichtig mit dem Grillen sein. Die schönsten Plätze (» Google Maps) sind direkt an der Böschung mit Blick aufs Wasser und im Rücken die Abraumbrücke F60. Schatten muss euer Wohnmobil selbst werfen, denn hohe Bäume sucht ihr hier vergebens. Zum Thema Mücken: Da es, wie schon beschrieben, sehr trocken ist, lassen euch die Plagegeister in der Abenddämmerung auch zufrieden. Öffnungszeiten: 12 Monate, WC/Dusche im Container: WC: ja, Dusche: nein, Stellplatzgebühr: 10 €/24 Stunden.

Rotes Wohnmobil VW T3, vor dem zwei Personen sitzen und lesen, im Hintergrund die Förderbrücke F60 in Lichterfeld-Schacksdorf
Vor der Förderbrücke F60 hat man viel Platz zum Campen.

Hotels am Besucherbergwerk F60

Wer kein eigenes Wohnmobil besitzt, aber trotzdem gerne in der Nähe vom Besucherbergwerk F60 übernachten möchte, findet Unterkünfte am Bergheider See und in unmittelbarer Nähe.

  • Beim » Nora Stays Tiny House* hat man den Bergheider See direkt vor der Tür. Parkplätze sind vorhanden. Tolles Extra: eine Sauna.
  • Wer Ruhe sucht, wird sich im » Schlosspark Sallgast* wohlfühlen. Das Besucherbergwerk F60 ist auch nicht weit entfernt. Das Hotel liegt im Grünen und man kann schöne Spaziergänge in der Umgebung machen. Die Zimmer sind gemütlich eingerichtet, und das Frühstücksbuffet bietet alles, um ordentlich satt zu werden.
Hoteltipps für den Bergheider See und das Besucherbergwerk F60

Unterkünfte: Besucherbergwerk F60

F60 Förderbrücke Lichterfeld – Erfahrungsbericht zur Besucherführung

Wir hatten uns schon länger vorgenommen, die berühmte F60-Förderbrücke zu besuchen. Dieser kolossale Stahlgigant wird im Volksmund auch „Liegender Eiffelturm der Lausitz“ genannt. Mit einer Länge von 502 Metern, einer Höhe von rund 80 Metern und einer Breite von über 200 Metern ist sie nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch eine der größten jemals gebauten beweglichen Arbeitsmaschinen. Ursprünglich wurde die Förderbrücke im Braunkohletagebau eingesetzt, heute ist sie als Besucherbergwerk erhalten und für Interessierte zugänglich.

Förderbrücke F60 mit Stahlträgern und Auslegern im Besucherbergwerk Lichterfeld-Schacksdorf
Stahlkonstruktion der Förderbrücke F60

So hoch wie ein 25-stöckiges Gebäude

Als wir am Vormittag der Führung am Treffpunkt standen, mischte sich Vorfreude mit einem leisen Zittern in der Magengegend. Höhenangst begleitet uns schon eine Weile, und bei dieser Höhe – die Brücke ist fast so hoch wie ein 25-stöckiges Gebäude – war das keine ganz einfache Herausforderung. Deshalb hatten wir bewusst auf einen windstillen Tag gewartet, um die Führung so angenehm wie möglich zu erleben.

Der Einstieg war überraschend entspannt. Zunächst ging es durch das Besucherzentrum, in dem die Geschichte der Brücke erzählt wird und in dem man erfährt, wie diese gigantische Maschine einst den Abraum über dem Kohleflöz transportierte. Dann begann der eigentliche Aufstieg über sicher befestigte Wege mit gelb lackierten Handläufen. Die Führung war gut organisiert. Unser Guide erzählte fachkundig über Technik, Geschichte und den Zweck der F60, während wir uns Schritt für Schritt nach oben tasteten.

Ausleger aus Stahl von der Förderbrücke F60 im Besucherbergwerk Lichterfeld-Schacksdorf
Blick von der F60 Förderbrücke in Lichterfeld-Schacksdorf

Atemberaubender Blick von 74 Metern Höhe

Je höher wir kamen, desto stärker wurde uns bewusst, wie riesig dieses Bauwerk tatsächlich ist. Die Stahlträger, die sich über den ehemaligen Tagebau spannten, gaben ein fast futuristisch-apokalyptisches Bild ab. Obwohl die Höhe anfangs ungewohnt war, wirkte die stabile Struktur beruhigend. Überall waren Schutzgeländer mit gelb lackierten Handläufen und die Wege waren breit und gut begehbar. Trotzdem war die Höhe stets präsent und das mulmige Gefühl im Magen erinnerte uns daran, dass wir uns deutlich außerhalb unserer Komfortzone bewegten.

Aussicht auf den Bergheider See von der Förderbrücke F60 in Lichterfeld-Schacksdorf
Von der Förderbrücke F60 sieht man, wie groß der Bergheider See ist.

Oben angekommen, auf etwa 74 Metern Höhe, eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die weite Landschaft – über den entstehenden Bergheider See, die umliegenden Wälder und die sichtbaren Spuren des Bergbaus. Für uns war das ein entscheidender Moment: Die anfängliche Anspannung wich ehrfürchtiger Stille und dem Gefühl, etwas wirklich Beeindruckendes erlebt zu haben.

Unser Fazit zur Führung auf der Förderbrücke F60

Auch wenn wir anfangs gezweifelt hatten, ob wir den Aufstieg schaffen würden, war die Entscheidung, auf einen windstillen Tag zu warten, goldrichtig. Kein Wind, klare Sicht und der Blick von oben hatten unsere ganzen Bedenken in stille Bewunderung verwandelt. Die Führung dauerte rund 90 Minuten, war sehr informativ und gleichzeitig persönlich berührend, weil sie uns an unsere eigenen Grenzen geführt und uns dann wieder stolz gemacht hat, sie für dieses tolle Erlebnis überwunden zu haben. Wir können jedem empfehlen, der in der Nähe vom Besucherbergwerk ist, an dieser Führung teilzunehmen.

Förderband der Förderbrücke F60
Förderband der Brücke F60

Veranstaltungsort F60: Wenn Stahl zur Bühne wird

Die Förderbrücke F60 ist nicht nur ein technisches Denkmal und Besucherbergwerk, sondern auch ein außergewöhnlicher Veranstaltungsort. Wo früher Abraum im Braunkohletagebau bewegt wurde, wird heute Kultur erlebbar – vor der monumentalen Kulisse aus Stahl, Nieten und Industriegeschichte. Konzerte, Theateraufführungen, Open-Air-Kino oder Lichtinstallationen verwandeln die riesige Förderbrücke regelmäßig in eine Bühne, wie man sie kein zweites Mal findet. Die schiere Größe der F60 mit ihren mehreren hundert Metern Länge und der markanten Silhouette verleiht jeder Veranstaltung eine besondere Atmosphäre, die weit über klassische Eventlocations hinausgeht.

Gerade in den Abendstunden entfaltet der Veranstaltungsort F60 seinen eigenen Zauber. Wenn Licht die Stahlkonstruktion in Szene setzt und Musik oder Stimmen durch den ehemaligen Tagebau tragen, verschmelzen Industriekultur und Kunst auf eindrucksvolle Weise. Besucher erleben Veranstaltungen hier nicht nur als Publikum, sondern als Teil eines Raumes, der Geschichte atmet und Emotionen verstärkt. Die F60 wird so vom Symbol des industriellen Wandels zur lebendigen Kulisse für Kultur, Begegnung und neue Perspektiven.

Die beliebtesten Festivals, die jedes Jahr an der F60 stattfinden.

US Car & Bike eVolution

Altes Eisen: Das im letzten Jahr gut besuchte und beliebte Festival für Liebhaber großer Amischlitten, eleganter, chromglänzender Autoklassiker und getunter PS-Boliden wird wieder an der F60 veranstaltet.

FEEL Festival

Hier wird es laut: Das Feel Festival ist ein Highlight im Festivalkalender der Lausitz. Über 100 Künstler auf zehn Bühnen bieten eine Mischung aus elektronischer Musik und Liveacts. Besucher erwarten außerdem Installationen, Vorträge und Kreativshops, die das Festival zu einem einzigartigen Erlebnis mit Industriekulisse der F60 machen.

CARS AND COFFEE

Nach dem Motto „Chrom muss glänzen“ treffen sich Liebhaber klassischer Fahrzeuge, Young‑ und Oldtimer sowie Mopeds zum Fachsimpeln, Anschauen und gemütlichem Austausch.

PYRO GAMES

Musik und Feuerwerk: Ein spektakulärer Feuerwerkswettbewerb mit synchroner Musik‑ und Lasershow vor der monumentalen Förderbrücke. Hier kommen alle auf ihre Kosten, die Lichtkunst und Feuerwerk lieben.

Den kompletten Veranstaltungsplan mit den genauen Daten und Zeiten kann man sich auf der Webseite F60.de als PDF herunterladen.

Campen in Ferropolis – Stadt aus Eisen

Wenn dich das Besucherbergwerk F60 interessiert, dann findest du den Artikel mit unseren Reisetipps von Ferropolis, der Stadt aus Eisen, mit Sicherheit auch spannend.

Ferropolis: Vanlife, Camping, Tipps

» Tipps: Ferropolis

Campen unter Baggern oder die Messe Ferropolis Vanlife miterleben.