Albanien Reiseführer: Tipps, Orte und Sehenswürdigkeiten

Dein Reiseführer für Albanien

Albanien ist ein Land voller Kontraste und Überraschungen. Von den beeindruckenden Landschaften bis hin zu den kulturellen Schätzen bietet das Balkanland eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten.

Für unseren Online-Reiseführer Albanien haben wir viele Orte besucht und mit wichtigen Reisetipps (Anfahrt, Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Campingplätze) beschrieben.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält Empfehlungs-Links, die eindeutig mit einem Sternchen (*) zu erkennen sind. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst oder buchst, bekommen wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch absolut nichts im Preis.

Hi, wir sind Annett und Mario. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Reisejournalisten und Fotografen mit dem Schwerpunkt Balkan. Wir schreiben und fotografieren für GEO, Stern, Spiegel, National Geographic Magazin, Reiseführer und Bildbände.

Neugierig: » Das sind wir!

Artikelübersicht für Albanien

  1. Tipps für die Einreise
  2. Packliste für Albanien
  3. Tipps für Tirana
  4. Tipps für den Spille Beach
  5. Tipps für Shkodra
  6. Tipps für Theth
  7. Tipps für Kruja
  8. Tipps für Berat
  9. Tipps: Osum Canyon
  10. Tipps für Lepushe
  11. Tipps für Selce (Wasserfall)
  12. Unsere Top 10 Campingplätze

Tipps für Albanien

Albanien wird als Reiseland immer beliebter. Wer einfach nur in der Adria planschen und im Liegestuhl chillen möchte, kommt hier ebenso auf seine Kosten wie Kulturfreaks, Abenteurer, Wanderer, Kletterer oder Vanlifer. In den folgenden Artikeln haben wir viele Reisetipps wie Ausflüge, Übernachtungsmöglichkeiten, Campingplätze, Preise und Sehenswürdigkeiten für die beliebtesten Orte in Albanien zusammengestellt und werden diese ständig erweitern bzw. aktualisieren.

Tipps für die Einreise nach Albanien: Pannenhilfe, Tanken, Grüne Versicherungskarte

» Einreise: Albanien

Du möchtest mit dem Wohnmobil nach Albanien reisen? Hier bekommst du aktuelle Tipps für die Einreise.

Albanien Packliste für den Urlaub

» Zur Checkliste …

Diese Dinge haben wir bei der ersten Reise nach Albanien vermisst.

Tirana: Tipps, Sehenswürdigkeiten und Ausfflüge

» Tipps: Tirana

Aktuelle Reisetipps für die Hauptstadt Tirana und Ausflüge ins Umland.

Spille Beach, Albanien: Tipps, Touren und Hotels

» Tipps: Spille Beach

Sonnen, baden und campen am endlos langen Spille Beach.

Shkodra, Albanien: Tipps, Sehenswürdigkeiten, Hotels, Campingplätze und Ausflüge

» Tipps: Shkodra

Aktuelle Infos und Insidertipps für Shkodra und den Shkodra-See.

Theth, Albanien: Tipps, Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Hotels, Campingplätze und Viewpoints

» Tipps: Theth

Wanderungen, Viewpoints, Campingplätze und viele aktuelle Tipps für Theth.

Kruja, Albanien: Tipps, Sehenswürdigkeiten, Camping, Ausflüge und Hotels

» Tipps: Kruja

Basar, Wanderungen, Viewpoints, Campingplätze und viele aktuelle Tipps für Kruja.

Berat: Tipps und Sehenswürdigkeiten

» Tipps: Berat

Die Stadt der Eintausend Fenster ist eins der beliebtesten Reiseziele in Albanien.

Osum Canyon: Tipps, Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Campingplätze

» Tipps: Osum Canyon

Der „Grand Canyon Albaniens“ ist ein beliebtes Reiseziel zum Wandern, Rafting und Campen.

Lepushe, Albanien: Tipps, Sehenswürdigkeiten, Wanderungen und Campingplätze

» Tipps: Lepushe

Wanderungen, Viewpoints, Campingplätze und viele aktuelle Tipps für Lepushe.

Selce: Tipps, Hotels und Wanderung zum Wasserfall Selce

» Tipps: Selce (Wasserfall)

Authentisches Dorfleben und Wanderung zum Selce Wasserfall, dem höchsten Albaniens.

Die schönsten Campingplätze und Stellplätze in Albanien TOP 10

» Albanien: Top 10 Stellplätze

Unsere persönlichen Top 10 Campingplätze und Stellplätze in Albanien.

Balkan, die schönsten Campingplätze in Kroatien, Montenegro und Albanien

» Balkan: Top 20 Stellplätze

Unsere Top 20 Campingplätze und Stellplätze in Kroatien, Montenegro und Albanien.

Reiseführer Albanien von Reise Know-How

Unser Favorit und Reisebegleiter für Albanien: Der Reiseführer aus dem Verlag Reise Know-How ist auf 647 Seiten prall gefüllt mit wertvollen Informationen, viel Hintergrundwissen und nützlichen Insidertipps. Die detaillierten Stadtpläne und Landkarten helfen uns zudem immer gut bei der Orientierung. Reise Know-How ist mit seinen Balkan-Reiseführern seit langem führend in der Branche. Der Albanien-Reiseführer macht da keine Ausnahme. Wir sind froh, ihn bei unseren Roadtrips durch Albanien mit an Bord zu haben.

Albanien Reiseführer vom Verlag Reise Know-How

» Reise Know-How: Albanien*

  • Aktualisierte Auflage 2025
  • 24,90 €

» Zum Reiseführer*

TOP 10 » Reiseführer BALKAN

Albanien: Paradies für Camper

Albanien ist auch ein Paradies für Camper, egal ob du mit dem Wohnmobil, Van oder Dachzelt unterwegs bist. Von den Albanischen Alpen bis zur malerischen Adriaküste bietet das Land tolle Campingmöglichkeiten. Für uns waren Theth und Lepushe die absoluten Highlights auf unserer Reise durch Albanien. Manchmal haben wir mit unserem Bulli einfach angehalten und nur die atemberaubende Bergkulisse bewundert.

Freundliche Menschen in Albanien

Und natürlich sind die Albaner für ihre herzliche Gastfreundschaft und Freundlichkeit bekannt. Egal, ob du dich an der Küste oder in einem kleinen Dorf auf dem Land aufhältst, die Einheimischen empfangen Besucher stets mit offenen Armen. Ihre authentische und warmherzige Art schafft eine angenehme Atmosphäre und lässt dich in Albanien sofort willkommen fühlen. Oft wurden wir auf Campingplätzen von den Besitzern eingeladen oder zwischendurch mit Brot, Eiern oder einem Schnaps überrascht. Ein tolles Land mit super netten Menschen!

Reisereportage Albanien

🚗 Der wilde Norden – Albaniens verwunschene Berge

Albaniens verwunschene Berge

Rau, zerklüftet und wildromantisch, so erleben Wanderer die Bergwelt Nordalbaniens. Wo die legendäre Gastfreundschaft ein ungeschriebenes Gesetz ist und einst Blutfehden ausgetragen wurden, ist heute ein beliebtes Trekkinggebiet und Sehnsuchtsort vieler Touristen. 

Vor zwei Stunden saßen wir noch in der belebten Fußgängerzone des Altstadtviertels Gjuhadol der Stadt Shkodra, tranken Kaffee und sahen den Einheimischen beim Flanieren zu. Aus den angesagten Cafés und Rooftop-Bars waren Balkanbeats zu hören und es roch nach schwerem Parfüm. Auffällig geschminkte junge Frauen schauten unauffällig den getunten Daimler-Karossen hinterher, die in der verkehrsberuhigten Zone PS-stark an den voll besetzten Tischen vorbei brubbelten. Dazwischen ließen sich hin und wieder Händler auf Fahrrädern blicken, die gedämpfte Maiskolben verkauften. Und über allem wacht die Hauptmoschee Ebu Beker mit ihren vier Minaretten. Shkodra, die alte Handelsstadt, umgeben von Flüssen, Bergen und dem großen Shkodra-See, ist das Tor zu den Albanischen Alpen im Norden des Landes.

Und nun, der Kontrast könnte nicht größer sein, stehen wir drei Kilometer hinter dem 1.786 Meter hohen Bergpass Qafa Buni i Thorës am Gedenkstein der Britin Mary Edith Durham (1863-1944). Die Balkanreisende, Abenteurerin und Autorin des Buches „High Albania“ konnte diesen Flecken Erde noch als touristisches Neuland entdecken und wurde damals von der Bergbevölkerung die „Königin der Hochländer“ genannt. Wo könnte man ihr besser ein Denkmal setzen als an diesem atemberaubenden Aussichtspunkt. Wir blicken von hier in das ausgedehnte Theth-Tal, das idyllisch von zerklüfteten Zweitausendern und massiven Felswänden umgeben ist. An den höchsten Gipfeln der Berge klammern sich letzte Schneereste vom vergangenen Winter und tief im Tal schimmert es in allen Grüntönen. 
Schon die Anfahrt nach Theth ist ein kleines Abenteuer. Gleich hinter Shkodra durchquert man auf einer schnurgeraden Straße eine kilometerlange Ebene mit blühenden Feldern voller Heilkräuter, überall duftet es nach Lavendel, Salbei und Thymian. Die frisch asphaltierte Straße verläuft einspurig bis zum Bergdorf Boga und steigt dann in engen Haarnadelkurven steil zum Pass Qafa Buni i Thorës an.

Das Theth-Tal war nicht immer so einfach zu erreichen. Bis 2021 gab es zwischen Koplik und Theth nur eine löchrige Schotterpiste, die den Fahrern mit Allradfahrzeugen vorbehalten war. Seit der Asphaltierung spült die neue Straße nicht nur Abenteurer ins Tal, auch Reisebusse und eine Armada holländischer Wohnmobile erobern das einst abgelegene Terrain.

Die neue Verbindung bringt aber auch neue Hoffnung für die Bevölkerung in den abgelegenen Bergregionen. Die Jugend hat die Dörfer verlassen, um in den Städten Geld zu verdienen. Jetzt kommen mehr Touristen und mit ihnen wieder die jungen Albaner zurück ins Tal. Es entstehen Gästehäuser, Restaurants und Trekkingagenturen. Im Sommer lässt sich nun auch hier Geld verdienen. Doch die Winter in den Albanischen Alpen sind sehr lang. Wenn in den Bergen viele Meter Schnee liegen, ist das ganze Trogtal monatelang völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Das war und ist Fluch und Segen zugleich. Denn die Osmanen im Mittelalter und die Kommunisten unter Enva Hoxha konnten hier nie richtig Fuß fassen. Touristen hingegen können das Tal leider erst ab Ende Mai erreichen, wenn die Pässe wieder frei von Schnee und Eis sind.

Wo Blutrache lange Tradition hatte

Das Dorf Theth ist wie die anderen Dörfer in den benachbarten Tälern weitläufig zersiedelt. Der Fluss Theth fließt in einem breiten Kiesbett durch das Tal und schwillt während der Schneeschmelze zu einem reißenden Strom an. Einen richtigen Dorfkern gibt es nicht. Sieht man mal von der kleinen Steinkirche Kisha e Thethit ab, die eingezäunt auf einer Anhöhe steht. Wer das Wahrzeichen von Theth besichtigen möchte, muss sich sportlich über den Zaun hangeln oder eine der kleinen Stiegen benutzen. Die 1892 erbaute Kirche wurde zu kommunistischen Zeiten als Geburtshaus zweckentfremdet und der Kirchturm abgetragen. Obwohl das paranoide System jede Form von Religion verbot, ist Theth bis heute eine katholische Gemeinde geblieben. Davon zeugen die Holzkreuze an den Eingangstoren der Höfe. Dass die Kirche wieder einen neuen Turm hat und von 2004 bis 2006 restauriert werden konnte, verdankt Theth der albanischen Diaspora. Ausgewanderte Albaner, vor allem aus Amerika, finanzierten die komplette Restaurierung mit erheblichen Spenden.

Etwas befremdlich wirkt der über 400 Jahre alte Blutracheturm auf uns Europäer. Am südlichen Ortsrand von Theth steht der eher unscheinbare viereckige Steinturm Kulla e Ngujimit mit Fenstern, die nicht viel größer als Schießscharten sind. Der Turm galt bis vor nicht allzu langer Zeit als Zufluchtsort für diejenigen, die das Gesetz brachen oder sogar einen Mord begingen. Ihnen drohte die Blutrache der Angehörigen des Opfers. Im so genannten Blutracheturm saßen die Schuldigen manchmal jahrelang geschützt, bis der Dorfälteste den Konflikt zwischen den Familien schlichtete oder ein Familienmitglied des Opfers dem Täter vergab. Deshalb bezeichnete man das historische Bauwerk auch als Einschließturm oder als Turm der Versöhnung. Heute ist die Blutrache Geschichte und das eingetragene Kulturdenkmal ein Museum, das täglich für Besucher geöffnet ist.

Nach Theth kommt man aber nicht wegen der wenigen Sehenswürdigkeiten, sondern um die spektakuläre Landschaft einzusaugen und ausgedehnte Wanderungen in die Bergwelt zu unternehmen.

Tiefes Blau trifft sattes Grün

Unser Fahrer Gjelosh parkt an der Holzbrücke im Dorf Ndërlysaj, ab hier geht es für uns zu Fuß weiter. Gjelosh zeigt uns noch schnell den Weg, bevor er es sich auf der Rückbank seines Vans gemütlich macht. „Eine Tour am Tag reicht aus“, freut er sich. „Alles andere wäre nur Stress.“ Nun hat er genug Zeit für ein Nickerchen und kann danach seine Freunde in Ndërlysaj auf einen Kaffee einladen, denn wir benötigen mindestens drei Stunden für die Wanderung zum berühmten Syri i Kaltër, dem Blauen Auge. Gleich hinter der Holzbrücke rauscht kristallklares Wasser die rosafarbenen Felsformationen hinunter. Die Steinhaine von Ndërlysaj mit ihren Gumpen wurden über Jahrhunderte vom Wasser des Schwarzen Flusses geformt, der vom Dorf Kaprre ins Theth-Tal hinabfließt. Im heißen Sommer bieten die mit Wasser gefüllten Felsbecken eine willkommene Abkühlung auf dem Weg zum Blauen Auge. Hier könnte auch die Mythologie der Zanen entstanden sein. Zanen sind Feen des albanischen Hochlandes, die an Flüssen und Quellen leben und sich nur nachts im Mondschein zeigen. Dann singen sie Lieder, tanzen im Reigen und baden nackt im Wasser. Daher sollen sich die Albaner immer lautstark dem Wasser nähern, damit die Feen genug Zeit haben, sich zu verstecken.

Die erste Etappe zum Blauen Auge führt durch ein weites Tal mit niedrigem Baumbewuchs. Doch die letzten drei Kilometer haben es in sich. Steil bergauf führt ein schmaler, steiniger Pfad zu einer weiteren Holzbrücke. Hat man diese überquert, ist der rauschende Wasserfall, der das Blaue Auge speist, schon in Hörweite. Wenig später liegt der fünf Meter tiefe Naturpool endlich vor uns und schimmert in allen erdenklichen Grün- und Blautönen. Was für ein Farbenrausch. Ein paar Mutige nehmen ein Bad, was aber in Anbetracht der Wassertemperatur nur zu einem sehr kurzen Intermezzo wird. Ein verwunschener Ort, an dem sich auch die Zanen wohlfühlen müssen.

Das große Rauschen 

Auf der Rückfahrt von Ndërlysaj lässt uns Gjelosh am Grunas Canyon aussteigen. Hier zwängt sich der Theth-Fluss tosend durch eine zwei Kilometer lange und 60 Meter tiefe Schlucht, die an der engsten Stelle nur zweieinhalb Meter breit ist. Zwischen brusthohen Zäunen, vorbei an verlassen wirkenden Steinhäusern, führt ein schmaler Wanderweg zum Grunas-Wasserfall. Verglichen mit der Wanderung zum Blauen Auge ist der Weg hier ein Spaziergang. Immer dem Rauschen des Wassers nach, und schon stehen wir vor dem Wasserfall, der über zwei Stufen 30 Meter in die Tiefe stürzt und in einem Becken endet. Die konstante Wassertemperatur von 10 Grad motiviert uns nicht zu einem Bad, wir lassen uns nur die frische Gischt ins Gesicht wehen. Hier sind wir auch nicht allein. Der Wasserfall ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Theth.

„Wenn ihr einen alten Basar sehen möchtet, dann besucht unbedingt Kruja. Das ist die Stadt, in der die Legende von Skanderbeg entstand.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich Gjelosh von uns. Gute Idee, aber das muss noch warten. Jetzt zieht es uns zum berühmten Prokletije-Massiv. 

Wo sich Albanien und Montenegro küssen

Von Theth führt die Alpenüberquerung auf dem Trail „Peaks of the Balkans“ ins montenegrinische Plav und streift dabei das fruchtbare Nachbartal Lepushe. Dieser Abschnitt ist uns zu stark von Wanderern frequentiert. Wir beschließen, nach Lepushe zu fahren und von dort auf den Berg Maja e Vajushës zu steigen, um die grandiose Aussicht auf das Prokletije-Gebirge zu genießen. 

Durch schattigen Buchenwald, vorbei am Wasserfall Ujevara e Lepushes, steigen wir über die Baumgrenze und erreichen eine blühende Hochweide, auf der es nur so sirrt und flirrt. Bienen, Schmetterlinge und Hummeln tanzen von Blüte zu Blüte und müssen sich vor Vögeln und anderen Fressfeinden kaum fürchten, denn die gibt es in dieser Höhe nicht. Weiter oben ist es als wandert man durch einen blühenden Steingarten mit kleinen Tümpeln, in denen sich Molche tummeln. Der Maja e Vajushës ist in doppelter Hinsicht ein Grenzberg: Auf seinem Gipfelkamm verläuft nicht nur die Grenze zwischen den Balkanstaaten Albanien und Montenegro, er ist auch der Schnittpunkt zwischen Schiefergestein und Karstlandschaft. 

Der Aufstieg hat sich gelohnt: Von hier oben haben wir einen traumhaften Blick auf die albanische Kelmend-Region mit ihren Bergdörfern und Schäferhütten und auf die schroffen Gipfel des Prokletije-Gebirges. Während die Landschaft im Westen, Norden und Osten eher an ein Mittelgebirge erinnert, bieten im Süden die Felsgipfel und Karstformationen des Prokletije-Gebirges einen an Unberührtheit und Dramatik kaum zu überbietenden Anblick.

Marktgasse mit orientalischem Flair

Und ja, natürlich haben wir am Ende unserer Reise den Tipp von Gjelosh befolgt und waren neugierig auf Kruja und die orientalische Marktgasse. Man fühlt sich in ein anderes Jahrhundert zurückversetzt, wären da nicht die Auslagen mit modernem Kunsthandwerk. Früher gingen hier Silberschmiede, Töpfer und Schneider ihrem Handwerk nach. Heute kann man in den Holzläden noch Weberinnen und Filzschuhmachern bei der Arbeit zusehen. Die mit Kopfstein gepflasterte Basargasse führt direkt zur Festung Kruja, in der sich der Volksheld Albaniens, Gjergj Kastrioti Skanderbeg, erfolgreich gegen die Osmanen zur Wehr setzte. Die Tochter vom Diktator Hoxha hat dem Heerführer in Kruja mit einem Museum ein Denkmal gesetzt, und die Einwohner geraten ins Schwärmen, wenn sie von ihrem Nationalhelden erzählen.

Auch wenn wir diesen Kult um Skanderbeg nicht verstehen und den tanzenden Zanen in den verwunschenen Bergen nie begegnet sind, haben uns der albanische Norden und die hier lebenden Menschen mit ihrer Gastfreundschaft ein für allemal verzaubert. Ein Land, das jahrzehntelang in der kommunistischen Finsterheit versunken war, geht langsam als heller Stern am Balkan auf.

Extra-Kasten: Peaks of the Balkans

Die 192 Kilometer lange Wanderroute „Peaks of the Balkans“ führt durch die Länder Albanien, Kosovo und Montenegro und ist eine der letzten Abenteuerrouten Europas. Auf den Spuren von Hirten und Schmugglern können Wanderer die raue Bergwelt des Prokletije-Gebirges erkunden. Während des Treks durch die hochalpine Landschaft erreicht man eine Höhe von 2.300 Meter über dem Meeresspiegel im Grenzgebiet in Dobërdol (Albanien) und Milishevc (Kosovo). Für die zehn Etappen benötigt man je nach Kondition zwischen 10 und 14 Tagen. Es ist aber auch möglich, zwischendurch vom Trail „Peaks of the Balkans“ abzusteigen. 

Die Trampelpfade nutzten schon viele Generationen, die Trekkingroute als solche gibt es aber erst seit einigen Jahren. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat einen Weg gefunden, die Bergregion im Dreiländereck für Touristen interessanter zu machen. Der Wanderweg wurde 2011 eröffnet und im Vorfeld von der GIZ mitfinanziert, um der Bevölkerung und der ehemals kriegszerstörten Region eine Zukunft zu geben und die Kultur zu bewahren. Durch den grenzüberschreitenden Fernwanderweg konnte der Landflucht entgegengewirkt werden. Einheimische Familien betreiben kleine Homestays, die sie zuvor mit GIZ-Mitteln errichtet haben, und versorgen die Wanderer mit Getränken und Speisen. Ein einfaches Zimmer am Wanderweg kostet mit Vollpension etwa 25 Euro. Im Gegenzug lernen die Bergtouristen den Alltag der Einheimischen und ihre Kultur kennen.


Unsere anderen Balkan-Reiseführer

Wir arbeiten ebenfalls an Online-Reiseführern für Kroatien und Montenegro, die wir ständig aktualisieren, während unserer Balkanreisen.

Kroatien Reiseführer mit Sehenswürdigkeiten, Campingplätzen, Hotels, Ausflügen und Insidertipps

» Reiseführer Kroatien

Du möchtest nach Kroatien reisen? Hier bekommst du aktuelle Tipps für alle Orte.

Montenegro Reiseführer: Tipps, Reiseziele, Sehenswürdigkeiten, Karten, Campingplätze, Hotels

» Reiseführer Montenegro

Du möchtest nach Montenegro reisen? Hier bekommst du aktuelle Tipps für alle Orte.

Stefan Loose: Balkan, Die Adria-Route

Individueller Reiseführer für Camper und Backpacker: Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien mit viel Adria und etliches vom Hinterland. Die Autoren sind selbst begeisterte Camper – und das merkt man dem Reiseführer auch an. Dieser Reiseführer ist im wahrsten Sinne des Wortes wegweisend.

Balkan Reiseführer von Stefan Loose mit Kroatien, Montenegro und Albanien

» Stefan Loose – Balkan*

Auflage 2024
Preis: 24,95 €

» Zum Reiseführer*

TOP 10 » Reiseführer BALKAN