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Essen in Vietnam: Praktische Tipps und Fettnäpfchen im Restaurant und bei Einladungen
Vietnam hat kulinarisch viel zu bieten. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten und Geschmäcker. Pho zum Frühstück, Banh Mi auf der Straße, frische Kräuter, Fischsoße, Nudeln und kleine Gerichte, die gemeinsam auf dem Tisch stehen. Wer zum ersten Mal in Vietnam ist, merkt schnell: Gegessen wird hier teilweise anders als bei uns. Ein paar einfache Regeln helfen dir, dich zurechtzufinden. Und manches vermeintliche Fettnäpfchen in Vietnam ist bei genauerem Hinsehen gar keins mehr.
In diesem Artikel geben wir unsere persönlichen Erfahrungen weiter, worauf du beim Essen in Vietnam achten solltest. Du bekommst Tipps zum vietnamesischen Essen, zu Tischmanieren, Streetfood und gemeinsamen Mahlzeiten. Außerdem zeigen wir dir typische Fettnäpfchen und erklären, wie du sie vermeidest. So kannst du die vietnamesische Küche von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt ohne Probleme genießen.
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Artikelinhalt: Vietnamesisches Essen
- Gemeinsam essen in Vietnam
- Erst die anderen, dann sich selbst
- Stäbchen nicht senkrecht ins Essen stecken
- Nicht im Essen herumstochern
- Freundliche Geste der Gastfreundschaft
- Mit der rechten Hand übergeben
- Nicht sofort nachwürzen
- Kräuter sind keine Dekoration
- Fischsoße gehört zur vietnamesischen Küche
- Zum Frühstück darf es eine Nudelsuppe sein
- Nudelsuppe Pho ist nicht überall gleich
- Pho darf geschlürft werden
- Schärfe und Süße ändern sich je nach Region
- Streetfood nicht automatisch meiden
- Beim Streetfood schauen, was andere essen
- Beim Eis genauer hinschauen
- Leitungswasser nicht trinken
- Rohes Seafood, Fleisch und Blut meiden
- Bei Allergien nachfragen
- Vegetarisch? Oft nur auf den ersten Blick
- Bezahlen und Trinkgeld
- Unser Fazit zum vietnamesischen Essen
Gemeinsam essen in Vietnam
In Vietnam stehen bei einer Mahlzeit häufig mehrere Gerichte in der Mitte des Tisches. Jeder bekommt seine eigene kleine Reisschale und bedient sich von den gemeinsamen Speisen. Es geht also weniger darum, dass jeder sein eigenes Hauptgericht bekommt. Gerade bei einem Essen mit mehreren Personen gehört das Teilen ganz selbstverständlich dazu. Wer sich darauf einlässt, kann die vietnamesische Esskultur viel besser erleben.

Erst die anderen, dann sich selbst
Bei einem gemeinsamen Essen ist es üblich, anderen etwas anzubieten oder ihnen Reis nachzufüllen. Besonders bei einem Essen mit älteren Personen oder Gastgebern ist diese Aufmerksamkeit wichtig. Man muss daraus aber keine Wissenschaft machen. Einfach beobachten, was die anderen am Tisch tun, und sich daran orientieren. Das funktioniert in der Regel besser, als sich vorher zehn komplizierte Benimmregeln zu merken.
Stäbchen nicht senkrecht ins Essen stecken
Eine der bekanntesten Regeln sollte man sich wirklich merken: Stäbchen niemals senkrecht in die Reisschale oder Suppenschüssel stecken und dort lassen. Das erinnert an Räucherstäbchen, wie sie bei Zeremonien für Verstorbene verwendet werden. Nach dem Essen legt man die Stäbchen einfach neben die Schale oder auf die dafür vorgesehene Ablage. Das ist eine kleine Geste, die man als Gast problemlos respektieren kann.

Nicht im gemeinsamen Essen herumstochern
Wenn mehrere Gerichte auf dem Tisch stehen, nimmt man sich mit den Stäbchen das, was man essen möchte. Trotzdem sollte man nicht minutenlang in einer Schüssel herumstochern, Stücke hin- und herschieben oder sich das vermeintlich beste Stück herausfischen. Sind Servierlöffel oder andere Servierutensilien vorhanden, benutzt man diese. Und wenn nicht, ist ein kurzer Griff mit den eigenen Stäbchen völlig normal – nur eben ohne große Suchaktion.
Freundliche Geste der Gastfreundschaft
Es kann passieren, dass dir jemand am Tisch plötzlich ein Stück Fleisch, Gemüse oder eine andere Spezialität direkt in deine Schale legt. Für einen deutschen Gast wirkt das vielleicht zunächst ungewohnt. In Vietnam ist es jedoch eine freundliche Geste. Gastgeber zeigen damit ihre Gastfreundschaft und geben ihren Gästen manchmal bewusst die besten Stücke. Wer satt ist, darf natürlich ablehnen, aber immer freundlich und nicht genervt.

Mit der rechten Hand übergeben
Bei gemeinsamen Mahlzeiten ist es üblich, Schüsseln, Teller oder andere Dinge mit der rechten Hand oder mit beiden Händen weiterzugeben. Auch beim Bezahlen kann man darauf achten. Die linke Hand wird traditionell eher zurückhaltend verwendet. Man muss daraus aber keine große Sache machen. Wer diese kleine Besonderheit kennt und sich daran hält, macht beim Essen in Vietnam sicher nichts falsch.
Nicht sofort nachwürzen
Vietnamesisches Essen wird häufig so serviert, dass jeder selbst Geschmack und Schärfe anpassen kann. Fischsoße, Chili, Limette, Kräuter oder andere Beilagen stehen deshalb oft zusätzlich auf dem Tisch. Trotzdem lohnt es sich, das Essen zunächst einmal so zu probieren, wie es serviert wird. Vielleicht schmeckt es bereits genau so, wie es gedacht ist. Gerade bei regionalen Spezialitäten kann man sonst schnell einen Teil des ursprünglichen Geschmacks überdecken.


Kräuter sind keine Dekoration
Wer zum ersten Mal eine Schüssel Pho oder ein anderes vietnamesisches Nudelgericht bekommt, wundert sich vielleicht über den separaten Teller mit Kräutern und Gemüse. Das ist normalerweise keine Dekoration. Kräuter und frische Zutaten gehören zum Gericht und werden nach persönlichem Geschmack dazugegeben. Koriander, Basilikum, Minze oder andere Kräuter können das Essen deutlich verändern. Deshalb am besten ausprobieren, statt den Kräuterteller links liegen zu lassen.

Fischsoße gehört zur vietnamesischen Küche
Nuoc Mam, die vietnamesische Fischsoße, ist aus der Küche kaum wegzudenken. Sie wird zum Kochen und Würzen sowie als Bestandteil von Dips verwendet. Wer Fischsoße nicht mag, sollte deshalb nicht gleich die gesamte vietnamesische Küche abschreiben. In vielen Gerichten ist sie gar nicht so offensichtlich zu schmecken. Und bei einer Soße zum Dippen kann man selbst entscheiden, wie viel davon auf dem Teller landet.

Zum Frühstück darf es eine Nudelsuppe sein
In Vietnam muss man morgens nicht lange nach Brot, Müsli oder einem europäischen Frühstück suchen. Nudelsuppen gibt es morgens an jeder Ecke und wird somit zu einem ganz normalen Frühstück. Pho gehört ebenso dazu wie Bún Bò Huế oder andere regionale Spezialitäten. Wer morgens an einem kleinen Straßenstand sitzt und sieht, dass dort bereits viele Einheimische essen, ist also keineswegs zur falschen Tageszeit dort. Im Gegenteil: Für viele Gerichte ist der frühe Morgen eine ganz normale Essenszeit.

Nudelsuppe Pho ist nicht überall gleich
Pho ist wahrscheinlich das bekannteste vietnamesische Gericht. Trotzdem gibt es nicht die eine Version, die überall im Land gleich serviert wird. Besonders zwischen Nord und Süd gibt es deutliche Unterschiede bei Brühe, Beilagen und Würzung. Die nördliche Variante gilt als zurückhaltender, während die südliche oft mehr Kräuter und Beilagen bietet. Deshalb ist es besser, nicht sofort zu sagen: „Das ist aber nicht die echte Nudelsuppe Pho.“ Es gibt einfach verschiedene regionale Traditionen.
Pho darf geschlürft werden
In Vietnam darf eine heiße Schüssel Pho ruhig geschlürft werden. Das gilt nicht als unhöflich und ist unter vielen Einheimischen ganz normal. So lässt sich die heiße Brühe leichter genießen. Du musst es aber nicht extra machen. Im Gegensatz zu Japan ist das Schlürfen in Vietnam keine besondere Geste, um dem Gastgeber zu zeigen, wie gut dir das Essen schmeckt. Wenn es dir beim Essen passiert, ist das aber ganz sicher kein Fettnäpfchen.

Schärfe und Süße ändern sich je nach Region
Vietnam hat kulinarisch deutlich mehr Unterschiede zu bieten, als man zunächst denkt. Im Norden wird häufig zurückhaltender gewürzt, Zentralvietnam ist für kräftige und schärfere Aromen bekannt, während im Süden süßere Geschmacksrichtungen häufiger vorkommen. Deshalb kann dasselbe Gericht je nach Ort ganz anders schmecken. Wer von Hanoi nach Hue oder weiter auf die Insel Phu Quoc reist, sollte sich darauf einstellen und nicht jedes Mal den Geschmack vom vorherigen Ort erwarten.

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Streetfood nicht automatisch meiden
Ein kleiner Stand auf dem Gehweg mit niedrigen Plastikstühlen sieht für manchen Reisenden zunächst ungewohnt aus. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass das Essen schlecht oder unhygienisch ist. Ein guter Hinweis ist, darauf zu achten, ob dort viele Einheimische essen und ob die Zutaten frisch aussehen. Auch ein Stand mit nur zwei oder drei Gerichten kann eine gute Wahl sein. Oft konzentriert sich der Betreiber genau auf diese Spezialitäten. Das kann ein gutes Zeichen sein.


Beim Streetfood schauen, was die anderen essen
Wer an einem kleinen Straßenstand nicht weiß, was er bestellen soll, kann sich einfach umsehen. Was steht bei den anderen Gästen auf dem Tisch? Viele vietnamesische Imbisse haben nur wenige Gerichte im Angebot. Notfalls zeigt man auf das Essen des Nachbartisches oder fragt den Verkäufer, was das für ein Essen ist. Das ist oft unkomplizierter, als eine Speisekarte oder Schilder mit einer App zu übersetzen.

Beim Eis genauer hinschauen
Beim Eis solltest du etwas genauer hinschauen. In Hotels, Restaurants und Cafés wird meistens Eis aus kontrollierter Herstellung verwendet. Achte auch bei Mixgetränken, Cocktails oder Fruchtshakes darauf, welches Eis verwendet wird. In einer guten Bar kannst du davon ausgehen, dass der Barkeeper unbedenkliches Eis nimmt. Bei kleinen Straßenständen lässt sich das dagegen nicht immer einschätzen, welches Wasser dafür genommen wurde. Wenn du unsicher bist, bestelle dein Getränk einfach ohne Eis. Da sind wir immer vorsichtig.

Leitungswasser nicht trinken
Beim Trinkwasser sollte man in Vietnam kein Risiko eingehen. Leitungswasser ist nicht zum Trinken geeignet, auch wenn es klar aussieht und ganz normal riecht. Am besten nimmt man abgefülltes Trinkwasser oder Wasser aus einer sicheren Aufbereitungsanlage. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet es auch zum Zähneputzen. Bei Wasser in Flaschen sollte man außerdem darauf achten, dass diese noch original verschlossen ist.
Rohes Seafood, Fleisch und Blut meiden
Bei einigen traditionellen Gerichten wird Seafood, Fleisch oder Blut roh beziehungsweise nicht vollständig gegart verwendet. Als Reisender sollte man hier lieber vorsichtig sein und auf solches Essen verzichten. Dazu gehört zum Beispiel Tiet Canh, das mit frischem, geronnenem Blut zubereitet wird. Die vietnamesische Küche bietet schließlich genügend andere Gerichte, bei denen man sich über solche Risiken keine Gedanken machen muss.

Bei Allergien nachfragen
Wer eine Lebensmittelallergie hat, sollte in Vietnam besonders vorsichtig sein. Zutaten werden nicht immer so gekennzeichnet, wie man es aus Deutschland kennt. So können Erdnüsse, Fisch oder Schalentiere in Soßen und Gewürzmischungen drin sein. Oft sind sie nicht sofort erkennbar. Bei einer starken Allergie solltest du deshalb immer nachfragen. Verlass dich nicht darauf, dass ein Gericht sicher ist, nur weil die allergieauslösende Zutat nicht sichtbar ist.

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Vegetarisch? Oft nur auf den ersten Blick
Ein Gericht kann auf den ersten Blick komplett vegetarisch wirken. Trotzdem können tierische Zutaten enthalten sein. Gerade Fischsoße ist in der vietnamesischen Küche kaum wegzudenken. Sie kann auch in Soßen oder Würzmischungen stecken. Wer vegetarisch oder vegan lebt, sollte deshalb beim Bestellen nachfragen. Besonders wichtig ist das bei Suppen, Dips und Soßen. Auch ein Teller voller Gemüse kann Fischsoße, Austernsoße oder Fleischbrühe enthalten.
Bezahlen und Trinkgeld
In Vietnam wird die Rechnung oft anders aufgeteilt als in Deutschland. Bei einer Einladung bezahlt meistens die Person, die eingeladen hat. Bei einem gemeinsamen Essen kann auch die ranghöhere Person die Rechnung übernehmen. Es ist deshalb nicht immer üblich, dass jeder nur seinen eigenen Anteil bezahlt.
In Vietnam wird normalerweise kein Trinkgeld erwartet. Wenn du mit dem Service zufrieden bist, kannst du trotzdem ein paar Dong mehr geben. Du musst dich dabei aber nicht an einen festen Prozentsatz halten. Entscheide einfach selbst, wie viel du hinblättern möchtest.

Unser Fazit zum vietnamesischen Essen
Für uns gehört das Essen zu den schönsten Erlebnissen in Vietnam. Du musst nicht alle Regeln kennen, um die vietnamesische Küche zu genießen. Viel wichtiger ist es, offen zu sein und einfach zu beobachten, wie die Menschen am Tisch essen. Teile verschiedene Gerichte, probiere frische Kräuter aus und lass dir auch mal etwas in die Schale legen.
Unser Tipp: Probiere in jeder Region die lokalen Spezialitäten. In Hoi An solltest du unbedingt Cao Lầu bestellen. Die besonderen Nudeln gibt es in dieser Form nur dort. Und wenn du in Hue bist, gehört eine Schüssel Bún Bò Huế einfach dazu. Die kräftige, leicht scharfe Nudelsuppe zählt für uns zu den besten Gerichten des Landes.
Genau diese regionalen Unterschiede machen Vietnam für uns so spannend. Es sind nicht die Top-Restaurants, sondern die kleinen Straßenstände und Familienküchen, an die wir uns gerne erinnern.

Reiseführer für Vietnam
In Vietnam nutzen wir immer den aktuellsten Reiseführer von Stefan Loose oder Lonely Planet. Zwar sind Blogs und digitale Reiseberichte immer nützlich, aber einen gedruckten Reiseführer von Vietnam solltest du auch im Gepäck haben.

Vietnam von Stefan Loose: Nützliche Infos, gut recherchiert und detaillierte Karten.
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