Thailand: Sangduen Lek Chailert im Elephant Nature Park

Elephant Nature Park in Thailand

Misshandlung, Wilderei, Ausbeutung: Die Zahl der Asiatischen Elefanten in Südostasien ist alarmierend gesunken. Doch die Thailänderin Sangduen Lek Chailert kämpft im Elephant Nature Park unermüdlich für die grauen Riesen.

Lesezeit: ca. 14 Minuten
Sangduen Chailert, genannt Lek, kuschelt mit einem Elefantenbaby. Sie ist die Gründerin vom Elephant Nature Park nahe Chiang Mai in Thailand.
Thailand, Chiang Mai, Gründerin vom Elephant Nature Park Sangduen Lek Chailert mit Elefantenbaby

Elefantenhimmel auf Erden

„Qué será, será, whatever will be, will be“, singt Sangduen Lek Chailert leise und streichelt dabei zärtlich den faltigen Rüssel des einjährigen Elefantenbabys Pha Mai. Langsam fallen dem kleinen Dickhäuter die Augen zu, er sinkt auf den sandigen Boden, streckt alle Viere von sich und schläft ein. Sangduen Lek Chailert lächelt zufrieden. Kurze Zeit später schaut sie von der neuen Besucherplattform stolz über ihr malerisches Gelände – der kristallklare Fluss, sattes Weidegrün mit vereinzelt stehenden Baumriesen, friedlich grasende Elefanten- und Wasserbüffelherden, eingerahmt von einer üppig bewachsenen Hügellandschaft und einem blauen Wolkenhimmel.
Sangduen Lek Chailert wird eigentlich von allen nur kurz Lek genannt. „Lek“ bedeutet in Thai einfach nur „die Kleine“ und bei 1,49 Meter und 42 Kilo wäre alles andere gelogen. Sie ist für die schwergewichtigen Elefanten Thailands so eine Art Mutter Theresa: Die 59-jährige Tierschützerin errichtete in Thailand zwei Schutzgebiete für die artgerechte Haltung der grauen Riesen. Der „Elephant Nature Park“ und der „Elephant Haven“ sind gleichzeitig Waisenhaus, Reha-Klinik, Kindergarten und Altersheim für ehemalige Arbeitselefanten. Hier können die Tiere in kleinen Herden frei umherstreifen und so wieder ein annähernd natürliches Leben führen.

Thailand, Gründerin Sangduen Lek Chailert vom Elephant Nature Park und Elephant Haven mit zwei Elefanten im Mae-Taeng-Tal.
Lek mit ihren Jumbos im Elephant Nature Park bei Chiang Mai, Nord-Thailand

„Wir reden mit ihnen, belohnen sie manchmal mit Süßigkeiten und lassen sie einfach nur Elefanten sein.“

Sangduen Lek Chailert

Touristisch sehr beliebt: Chiang Mai

Dieses einzigartige Refugium für den Asiatischen Elefanten liegt im Einzugsgebiet von Chiang Mai, die von Touristen meist besuchte Region des Landes. Chiang Mai, die zweitgrößte Stadt in Thailand, ist nicht nur für seine exotischen Nachtmärkte, goldenen Tempel und Buddha-Statuen bekannt, sondern auch für die im Dschungel liegenden Naturparadiese. Die Metropole ist Ausgangspunkt für verschiedene Trekkingtouren in entlegene Dörfer der Minoritäten, wie den Lisu, Akha oder Hmong, für Rafting-Abenteuer auf dem Ping-Fluss und Mountainbike-Safaris durch die üppig-grüne Landschaft dieser fast noch unberührten Provinz. Von hier ist es auch nicht weit bis zum sagenumwobenen „Goldenen Dreieck“, das bis heute nichts von dem berühmt-berüchtigten Image verloren hat, als hier noch Drogenbosse und Menschenhändler ihren Geschäften nachgingen. Wo, wenn nicht hier im ehemaligen, natürlichen Lebensraum der Elefanten, können Touristen und auch Einheimische für den Schutz und Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Jumbos sensibilisiert werden?

Die Mahuts (Elefantenführer) kümmern sich um eine Elefantenherde im Elephant Nature Park im Mae-Taeng-Tal, nahe Chiang Mai, Thailand.
Mahuts und Elefanten im Elephant Nature Park

Mit Elefanten auf Tuchfühlung

Anfangs hätte Lek nie zu träumen gewagt, dass ihr Elefanten-Himmel heute so viel Erfolg haben wird. In Thailand damals unvorstellbar: Ein Elefantencamp ohne Shows mit Tanzauftritten, Kunststücken, Fußball, Rüsselmalerei oder Trekking. „Welcher Besucher würde schon Geld bezahlen, um nur Elefantenherden von Weitem beim Fressen zu beobachten?“ Doch für ihr Elefantenprojekt brauchte die Aktivistin Geld. Sehr viel Geld sogar! Lek ließ sich nicht von ihrem Traum abbringen, Elefanten mit Spenden- und Eintrittsgeldern zu retten. Von Anfang an stand bei ihr fest, dass ihr Konzept nur funktioniert, wenn es einen nachhaltigen und ökologischen Tourismus rund um ihre Elefanten geben wird. Ihre Idee, dass die Parkbesucher mit den Elefanten auf Tuchfühlung gehen, die Tiere im Fluss duschen dürfen und anschließend bei der Fütterung helfen, wurde sukzessive in die Tat umgesetzt. Zuerst kamen nur Tagesausflügler ins Camp, die den Trip pauschal in Chiang Mai in Leks dafür gegründeten Reisebüro buchen konnten. Später entwickelte sie mit ihrem englischen Ehemann Darrick ein Programm für Volontäre. Das Interesse war überwältigend. Seither können freiwillige Helfer für zwei bis maximal sieben Tage im „Elephant Nature Park“ die Mahuts (so heißen die Elefantenführer in Thailand) bei der Betreuung der Jumbos unterstützen – von der Fütterung, dem Ausmisten der Nachtlager bis zum Baden in Fluss.

Misshandelte Elefanten in Thailand

Ein Australier kam regelmäßig und blieb irgendwann sogar für immer dort. Das Beste daran: Die Zeit als Volontär muss von jedem Helfer selbst bezahlt werden und das Geld kommt den Elefanten wieder zugute.

Thailand, Chiang Mai, Elephant Nature Park. Bei einem Tagesbesuch füttern die Gäste die Elefanten.
Im Elephant Nature Park dürfen die Besucher die Elefanten füttern.

Lek kennt jeden einzelnen Dickhäuter im Park beim Namen, von jedem kann sie auch das Schicksal erzählen. Und die sind allesamt herzzerreißend. Bevor Lek die Elefanten rettete, haben alle Grausames erlebt: Die 24-jährige Kuh Malai Tong schleppte Teakholzstämme durch den Dschungel, bis sie auf eine Landmine im Grenzgebiet zu Myanmar trat und ihr Fuß zerfetzt wurde. Für die Arbeit in der Holzindustrie unbrauchbar, ließ der Besitzer das verletzte Tier humpelnd in Bangkoks Straßen Geld und Futter erbetteln. Oder das Schicksal der armen Jokia: Sie verlor bei einem Unfall ihr Baby, verfiel in tiefe Trauer, verweigerte daraufhin die schweren Lasten durch den Dschungel zu schleppen. Ihr Mahut schoss ihr zur Strafe einen Stein ins linke Auge. Als sie weiterhin nicht arbeiten wollte, misshandelte er sie auch am zweiten Auge.

Mahuts baden und duschen ihre Elefanten im Mae-Taeng-Fluss, der sich mitten durch den Elephant Nature Park schlängelt.
Im Fluss Mae Taeng baden Mahuts die Elefanten vom Elephant Nature Park

Elefantenherde im Elephant Nature Park, nahe der Stadt Chiang Mai.
Nord-Thailand, Elefantengruppe im Elephant Nature Park nahe Chiang Mai

Hilfe durch Spendengelder

2005 kaufte Lek die Elefantendame Bua Tong zusammen mit ihrem Baby aus einem Trekkingcamp frei. Die Kuh musste dort den ganzen Tag Touristen auf ihrem Rücken tragen – immer im Schlepptau ihr Baby Tong Jan. Die unterernährte und überarbeitete Mutter konnte Tong Jan nicht ausreichend Milch geben. Als Lek beide in ihr Dickhäuter-Refugium holte, waren sie in einem erbärmlichen Zustand. In der Elefantenklinik, ebenfalls gebaut durch Spendengelder, hat sie der Tierarzt Prasith Moleechart langsam wieder aufgepäppelt. Auch die ausdrucksstarken Augen mit den langen Wimpern von Mae Toh Koh, Jarunee, Mintra oder Lilly und den anderen hier geretteten Elefanten sprechen Bände von unendlichem Leid und Schmerzen.

Tierarzt Prasith Moleechart kuriert die misshandelten Arbeitselefanten im Elephant Nature Park. Der Park befindet sich in Nordthailand nahe Chiang Mai.
Tierarzt Prasith Moleechart arbeitet im Elephant Nature Park.

Lek verbrachte ihre Jugend mit dem Elefantenbullen Thongkhum. Ihr Großvater, Schamane und Kräuterdoktor im Bergdorf Baan Lao nahe der thailändisch-burmesischen Grenze und fernab jeglicher Zivilisation, erhielt von einem seiner Patienten ein Elefantenbaby als Gegenleistung für seine Heilkünste. Thongkhum wurde zu einem Familienmitglied. Lek und der Mini-Elefant wurden schnell zu unzertrennlichen Freunden. In den Holzfällercamps nahe ihrem Dorf musste sie immer wieder mit ansehen, wie schlecht andere seiner Art behandelt werden: Miserable Nahrung, das Fehlen von Schlammbädern, zu wenig Trinkwasser, Parasiten und Krankheiten schwächen die Arbeitstiere. Dafür gibt es Amphetamine und Schläge zur Leistungssteigerung. Lek fasste schon als Teenager einen Entschluss: Thailands Elefanten zu schützen.

Ausgelassen tobt ein Elefantenbaby im Schlammbad im Elephant Nature Park.
Elefantenbaby im Schlammbad vom Elephant Nature Park

Hillary Clinton empfängt Lek

Sie besuchte nach ihrem Touristik-Studium die vielen Arbeitscamps im Dschungel, sprach mit den Mahuts und bot ihnen Hilfe beim artgerechten Umgang mit den Tieren an. 1996 gründete sie mit ihrer Familie den „Elephant Nature Park“. In einem üppig grünen Tal beherbergt das Schutzgebiet seitdem über 38 ehemalige Arbeitselefanten jeden Alters. Fast alle Dickhäuter hat Lek mit Spendengeldern von ihren Besitzern abgekauft. Als die internationale Presse von Leks Elefantenprojekt Wind bekam und BBC, Animal Planet und National Geographic Discovery von ihrer Arbeit berichteten, wurde die Tierschützerin schnell weltweit bekannt. Es folgten etliche Auszeichnungen und Ehrungen. In den Jahren 2002 und 2006 erhielt die Elefanten-Retterin noch zwei Ehrendoktor-Titel der Rajabhat Chiang Mai University. Das Time magazine kürte die zierliche Power-Frau schon 2005 zur „Hero of Asia“, Außenministerin Hillary Clinton lud sie 2010 ins Weiße Haus nach Washington und ehrte Lek unter sechs Frauen als „Women Heroes of Global Conservation“ für ihr Lebenswerk.

Gründerin Sangduen Lek Chailert vom Elephant Nature Park und Elephant Haven spielt mit einem Elefantenbaby.
Sangduen Chailert, genannt Lek, mit Elefantenbaby im Elephant Nature Park

Die ehemaligen Arbeitselefanten im Elephant Nature Park und Elephant Haven laufen frei im Gelände umher.
Thailand, Chiang Mai, Elefanten im Elephant Nature Park

Gebrochener Wille durch brutale Rituale

„Was man tun muss, um Elefanten zu zähmen? Weder mit einem spitzen Metallhaken auf ihre Schädel einhämmern noch sie mit schweren Ketten fesseln!“ Lek ringt um Fassung, wenn sie daran denkt, wie mit den Tieren oft umgegangen wird. „Wir reden mit ihnen, belohnen sie manchmal mit Süßigkeiten und lassen sie einfach nur Elefanten sein.“ Das ist leider die Ausnahme: In Thailand wird noch wie vor 100 Jahren das Ritual phaajan angewendet: Um einen Elefanten als Reittier abzurichten, trennt man ihn frühzeitig von der Mutter. Für mindestens eine Woche sperren ihn die Mahuts in einen zu engen Käfig und binden ihn fest. Mit Futterentzug, Schlägen und Stichen wird schließlich sein Wille gebrochen. Die Tierrechtsorganisation PETA bekam von den brutalen Praktiken ein Video zugespielt und klagte damit die Misshandlungen öffentlich bei der thailändischen Obrigkeit an. Die wies alle Vorwürfe von sich, meinte phaajan werde nur von Minderheiten angewendet. Dem widersprach aber zum Beispiel ein Artikel der Bangkok Post: Jeder Elefant in Thailand sei durch die grausame Zeremonie gegangen.

Bis 200 Kilo Grünzeug verdrückt ein Elefant

Die Regierung Thailands hatte schon 1989 das Leben der Elefanten unabsichtlich erschwert, als sie das Verbot über die Abholzung der Primärwälder für kommerzielle Zwecke erließ. Die Folge? Mahuts und Elefanten verloren über Nacht ihre „Jobs“. Doch was macht man mit einem ausgewachsenen Jumbo, der am Tag bis zu 200 Kilo Grünzeug, dazu Bananen, Zuckerrohr und Tamarinden verdrückt? Vor dieser Frage stehen heute hunderte Elefantenbesitzer. Einige arbeiten weiter illegal im Holzbusiness, die meisten suchen andere Beschäftigungsfelder. Viele Dickhäuter kommen als Reittiere oder Zirkusattraktion in die Tourismusbranche, andere müssen bei nächtlichen Betteltouren in den Städten ihr Futter verdienen. Die sensiblen Tiere werden wie auf einem Gebrauchtwarenmarkt gehandelt, wechseln ständig den Besitzer, obwohl sie normalerweise das ganze Leben nur mit einem Mahut als Bezugsperson zusammenbleiben.

Ein Arbeitselefant zieht Baumstämme durch den Fluss. Lek rettet misshandelte Arbeitselefanten und bringt sie in den Elephant Nature Park nahe Chiang Mai in Thailand.
Arbeitselefant zieht Baumstamm durch einen Fluss im Dschungel.

Eine ausgewachsener Dickhäuter frisst am Tag bis zu 200 Kilogramm Futter. Kürbisse sind Leckerbissen für die Elefanten im Elephant Nature Park.
Im Elephant Nature Park füttert der Mahut einen Elefanten mit Kürbis.

Grundstückspreise steigen immens

Lek ist ständig auf der Suche nach neuen Ländereien, die sie für weitere Schützlinge pachten oder kaufen kann. Aber die Grundstücke rund um den „Elephant Nature Park“ werden hoch gehandelt. Die Grundstückseigner verlangen exorbitante Preise, weil das Elefanten-Refugium immer bekannter wird und täglich viele Touristen anzieht. Da versprechen sich die Landbesitzer ein gutes Geschäft. Weitere 65 Hektar Land hat sie bereits im angrenzenden Dschungel angemietet. In diesem „Elephant Haven“ möchte sie alle rehabilitierten Elefanten entlassen und so ein geschütztes Semi-Auswilderungsgebiet schaffen. Eingezäunt, aber auf jeden Fall groß genug, damit sich die Dickhäuter frei und artgerecht in dem Gehege bewegen können.
Mittlerweile hat Sangduen ihre Arbeit nicht nur auf ganz Thailand, sondern auf alle Elefanten in Südostasien ausgebreitet. Kambodscha und Laos, aber besonders Myanmar liegt bei ihr im Fokus. In dem Nachbarland arbeiten noch hunderte Dickhäuter unter miserabelsten Bedingungen in den Wäldern. Die medizinische Versorgung der Tiere ist durch die jahrzehntelange Mangelwirtschaft in Myanmar katastrophal. Schwindender Nachwuchs ist auch hier das leidige Thema. Sie traf sich erstmalig 2014 mit Mahuts, Dorfbewohnern, mit Vertretern der Regierung und dem Militär und rief dort die „Save Elephant Foundation“ ins Leben. „Unsere Vorfahren haben mit den Elefanten gekämpft. Heute müssen wir um sie kämpfen“, bedauert Lek. „Vor einem Jahrhundert hatten wir allein in Thailand über 100 000 Elefanten, heute sind es vielleicht noch 4000 wilde und domestizierte Jumbos. Wenn wir den Tieren in allen Teilen unseres Kontinents keinen besseren Schutz bieten, werden unsere nachfolgenden Generationen den Asiatischen Elefanten nur noch in Büchern und Zeitschriften bewundern können.“

Tagsüber dürfen die Elefanten im Elephant Nature Park, bei Chiang Mai, Thailand, frei umherlaufen.
Elefantenherde zieht durch den Elephant Nature Park bei Chiang Mai in Thailand.

Tierpfleger Somchai hält mit Dauerpatientin Mosha ein Nickerchen im FAE Elephant Hospital, nahe Lampang in Nord-Thailand.
Mehr zum Thema Elefanten
Thailand: FAE’s Elephant Hospital


Reiseinformationen für Thailand

Anreise

Die meisten Touristen erreichen Thailand mit dem Flugzeug. Reine Flugzeit beträgt ca. 11 Stunden, der Rückflug dauert häufig eine Stunde länger. Nonstop-Flüge nach Bangkok (Suvarnabhumi International Airport) bieten die Fluggesellschaften Lufthansa und Thai Airways von Frankfurt oder München an. Bei anderen Airlines wie Qatar Airways, KLM, Air France, Etihad Airways, British Airways, Singapore Airlines und Emirates Airline muss man ein bis zwei Zwischenlandungen einplanen. Weiter in den Norden nach Chiang Mai fliegen Thai Airways, Bangkok Airways und Low-Cost-Carrier wie Air Asia, VietJet Air sowie Thai Smile Airways. Flugzeit beträgt von Bangkok eine Stunde und 20 Minuten.

Einreise

Für einen Aufenthalt bis zu 30 Tagen benötigt man einen Reisepass, der mindestens noch sechs Monate gültig sein muss. Am Einreiseschalter bekommt man eine kostenfreie 30-tägige Aufenthaltserlaubnis in den Pass gestempelt. Reisende, die bis zu 60 Tage im Land bleiben wollen, müssen frühestens drei Monate vor Reiseantritt ein Touristenvisum in der Botschaft (Königlich Thailändische Botschaft, Lepsiustraße 64/66, 12163 Berlin, Tel. 030-794810, http://www.thaiembassy.de) beantragen. Nachweis eines Rück- oder Weiterflugtickets ist erforderlich.

Reisezeit

Das Klima ist tropisch-monsunal. Als beste Reisezeit gilt die Trockenperiode von Ende November bis März, es regnet selten und die Temperaturen liegen am Tag um 30 und nachts bei 23 Grad. Schwülwarm ist es zu jeder Jahreszeit. Im Norden kann es in höheren Lagen frühmorgens und abends frisch werden. Im April und Mai steigt die Luftfeuchte und die Temperaturen klettern mancherorts bis auf 38 Grad. Danach setzt die Regenzeit ein, die bis Oktober andauert.

Reisekasse

Landeswährung ist der Thailändische Baht (1 € = ca. 36 Baht). In den meisten Banken werden problemlos Euro in Baht getauscht. In Bangkok und in den Touristenorten gibt es zudem kleine Wechselschalter. Kreditkarten werden in allen großen Hotels und in vielen Geschäften akzeptiert. Für Bargeldabhebung stehen in allen Städten ATM-Geldautomaten zur Verfügung.

Sukhothai, Elefantenmotive gibt es in ganz Thailand, hier Steinelefanten am Tempel Wat Sorasak im Sukhothai Historical Park.
Stein-Elefanten am Tempel Wat Sorasak im Sukhothai Historical Park in Alt-Sukhothai

Sprache

Die Amtssprache ist Thai. Ganz anders wie in den westlichen Ländern handelt es sich um eine tonale Sprache. Durch verschiedene Tonhöhen bekommen die Wörter unterschiedliche Bedeutungen. Thailänder sind tolerant und schätzen es sehr, wenn sich Ausländer in ihrer Sprache üben. In der Hauptstadt und in Touristenzentren kommt man meist gut mit Englisch zurecht. Fragt man allerdings als Selbstfahrer in kleinen Ortschaften nach dem Weg, können Verständigungsprobleme auftreten. Ein paar Thai-Wörter sind in dem Fall hilfreich.

Gesundheit

Thailands medizinische Versorgung hat neben Malaysia und Singapur den höchsten Standard in Südostasien. Nicht umsonst lassen sich zahlreiche Ausländer in Bangkok kostengünstig behandeln.
Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Empfehlenswert ist der Impfschutz gegen Tetanus, Polio, Diphtherie, Typhus und Hepatitis. Für Malaria besteht ein geringes Risiko in nördlichen Grenzgebieten. Ratsam sind vorbeugende Malaria-Schutzmaßnahmen, z. B. Mitnahme eines Stand-by-Medikamentes bei Langzeitaufenthalt. Wer in ländliche Gebiete reist und Trekking-, Rad- oder Motorradtouren unternehmen möchte, sollte eine Tollwut-Schutzimpfung in Erwägung ziehen. Mindestens sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt Informationen beim Tropeninstitut einholen. Eine Auslandskrankenversicherung mit Reiserückholversicherung ist von Vorteil. Internationaler Impfpass und Reiseapotheke nicht vergessen!

Unterwegs

Das thailändische Verkehrsnetz für Bahn, Bus und Flugzeug ist gut ausgebaut. Die Straßen, auch bis in abgelegene Orte, sind asphaltiert und in einen passablen Zustand.
Die staatliche Bahngesellschaft „State Railways of Thailand“ betreibt von Bangkoks Hauptbahnhof Hua Lampong vier Hauptstrecken, eine nach Süden, Osten, Nordosten und in den Norden. Die Northern Line führt über Ayutthaya, Phitsanulok, Lampang, und erreicht nach 12 bis 15 Stunden Chiang Mai.
Schneller ist man mit Bussen unterwegs. Ähnlich wie bei der Eisenbahn stehen sogenannte Lokal-Busse ohne AC, doppelstöckige klimatisierte Busse in 1. und 2. Klasse sowie VIP-Busse zur Verfügung. Am bequemsten reist man in einem VIP-Bus mit 21 Liegesitzen wie im Flugzeug. Der First Class-Nachtbus vom Busunternehmen Nakhonchai Air benötigt für die 700 km lange Strecke Bangkok-Chiang Mai nur 9,5 Stunden. Vorteilhaft bei Reisen im klimatisierten Zug oder Bus sind lange Hosen und ein Pullover.
Songthaews, überdachte Lkws mit zwei Sitzreihen, stehen an Busbahnhöfen oder ausgewählten Straßenständen und bedienen die Kurzstrecken.
Bunte und zum Teil liebevoll gestaltete Tuk-Tuks sind in Bangkok und anderen Großstädten allgegenwärtig. Wichtig: Nur mit eingeschalteten Taxameter mitfahren oder vorher den Fahrpreis aushandeln.
Vielerorts kann man Fahrräder, Mopeds, Motorräder oder Autos mieten. Achtung im Land herrscht Linksverkehr!

Sicherheit

Generell gilt Thailand als sicheres Reiseland. Jedoch sind Taschendiebstähle bei Menschenansammlungen nicht selten. Auch in Urlaubsregionen können Anschläge oder Bombenexplosionen wie in Bangkok nicht ausgeschlossen werden. In Touristenhochburgen und bei Dunkelheit sollte man ein wachsames Auge auf sein Handgepäck haben.

Elefanten werden überall in Thailand verehrt. In vielen buddhistischen Tempeln, wie hier in Chiang Mai, befinden sich Wandmalereien mit Elefanten.
Wandmalerei in einem buddhistischen Tempel in Chiang Mai im Norden von Thailand

Infos zum Elephant Nature Park

Für den Besuch im Elephant Nature Park stehen verschiedene Programme auf der Webseite www.elephantnaturepark.org zur Auswahl.

Eintägiger Besuch: Morgens 7.30 Uhr wird der Besucher vom Hotel in Chiang Mai abgeholt und 17.30 Uhr zurückgebracht. Beim ganztägigen Besuch kann man das tägliche Leben der Dickhäuter im Park beobachten, z. B. das soziale Verhalten der Elefanten untereinander, Baden und Fressen. Ein reichhaltiges Mittagsessen ist im Preis von 65 Euro mit eingeschlossen.

Freiwilligenarbeit (1 Woche): Das 7-tägige Volontariat bei den Elefanten beginnt am Montag 9 Uhr durch Abholung vom Hotel oder Leks Büro in Chiang Mai und endet Sonntag 17.30 Uhr am gleichen Ort. In dieser Zeit übernimmt jeder diverse anfallende Arbeiten wie das Verteilen und Vorbereiten von Futter, Hilfe bei der Fütterung und beim Baden mit den Mahuts oder das Säubern der Ställe. Kostenpunkt inklusive Übernachtung und Verpflegung: 315 Euro.

Thailand, Chiang Mai, Genüsslich futtert eine Elefantenkuh Grünzeug im Elephant Nature Park.
Thailand, Chiang Mai, Elefantenkuh beim Fressen im Elephant Nature Park

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