» Artikel aus unserem Kroatien Reiseführer
Lost Place: Vom Penthouse Adriatic Club zum Luxushotel Haludovo
Erst ein zwielichtiges Casino für gut situierte Urlauber, jetzt eine beliebte Spielwiese für Instagramer und Selfie-Poser: Das ehemalige Luxushotel Haludovo auf der kroatischen Insel Krk ist seit 2001 eine Ruine – und der wohl imposanteste Lost Place in Kroatien, wenn nicht sogar Europas.

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Hi, wir sind Annett und Mario. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Reisejournalisten und Fotografen mit dem Schwerpunkt Balkan. Wir schreiben und fotografieren für GEO, Stern, Spiegel, GEOSaison, Reiseführer und Bildbände.
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Artikelinhalt für das Hotel Haludovo
- Lost Place Haludovo Hotel
- Tipps: Haludovo Hotel
- Campingplätze
- Hotels in Njivice
- Hotels in Malinska
- Weitere Lost Places
Zeitreise zum Hotel Haludovo in Malinska auf Krk
Es kratzt und knirscht beim Laufen unter den Fußsohlen, riecht leicht muffelig nach vergangenen Zeiten und in den Lichtkegeln tanzt der Staub. Bei jedem kleinen Windhauch fangen die Fensterläden an zu klappern und von den Wänden grinsen uns quietschbunte Graffiti-Gesichter an. Willkommen im Lost Place Hotel Haludovo.

Diese wundersame Zeitreise in das vergangene Jugoslawien begann für uns schon weiter unten am Strand von Malinska. Massive Uferbefestigungen mit halbrundem Betonsichtschutz für die Privatsphäre sonnenhungriger Badegäste prägen den Uferabschnitt unter dem ehemaligen Hotelkomplex Haludovo. Von der Meeresseite führt ein Trampelpfad bergauf durch dichtes Buschwerk, vorbei an verfallenen Bungalows und Aussichtsplattformen. Absperrungen und Verbotsschilder: Fehlanzeige. Als wir oben ankamen, trauten wir unseren Augen kaum. Vor uns lag eine Poollandschaft aus geschwungenen Becken in Hellblau, leider ohne Wasser, dafür alle Wände von Sprayern dekoriert. Hier sprechen aber mehr die Bilder als tausend Worte.

Reiseführer für Kroatien
Unser absoluter Favorit für Kroatien: Im Reiseführer Kroatien von Reise Know-How haben wir Destinationen gefunden, die in anderen Reiseführern nicht mal erwähnt werden. Er ist wirklich der umfangreichste Travel Guide mit den meisten Routen, Tipps und aktuellen Informationen. Wer das Hinterland intensiv bereisen möchte, dem sei dieser Reiseführer unbedingt ans Herz gelegt.
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Bob Guccione setzte auf viel nackte Haut
Es ist wie so oft im Business: „Sex sells“. Und genau darauf setzte Bob Guccione, Gründer und Herausgeber des US-Männermagazins Penthouse, als er in den „Penthouse Adriatic Club“ 45 Millionen US-Dollar investierte. Das mondäne Hotel konnte seine Gäste in mehr als 500 Zimmern und Suiten beherbergen und verwöhnte sie zudem in Wellnessbereichen, einer Poollandschaft, Tennisplätzen, Bowlingbahnen sowie Diskotheken. Herzstück und Star des Prachtbaus war aber der Spielsalon mit 70 angestellten Hostessen, die sich um die zahlungskräftigen, meist männlichen (wen wundert’s), Gäste kümmerten. Aber schon nach einem Jahr kündigte Guccione seinen Pachtvertrag und verließ, nach einigen Unstimmigkeiten mit den jugoslawischen Machthabern, das Terrain.

Luxushotel Haludovo empfängt Staatsgäste
Der Hotelkomplex wurde verstaatlicht und hieß fortan Luxushotel Haludovo. Von nun an gaben sich Staatsgäste, Schauspieler und Musiker die Ehre. Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurde das Hotel an private Investoren übergeben, in der Hoffnung, den ehemals mondänen Glanz an der Adriaküste wieder neu zu beleben. Die Investoren gaben sich einer nach der anderen die Klinke in die Hand, Geld für die Modernisierung floss keines. 2001 checkten die letzten Gäste aus dem Hotel aus. Ein Schleier legte sich über die glamourösen Zeiten.

Entdecker, Sprayer und Randalierer
Aber in den Dornröschenschlaf verfiel der Hotelkomplex nie. Zuerst kamen die Nostalgiker und Entdecker, dann die Sprayer und Randalierer. Die Möbel in den Zimmern wurden zertrümmert, die Oberlichter zerschossen und die Kloschüsseln aus der Verankerung gerissen. Lost-Place-Besucher haben im Casino, wo einst Champagner floss und Austern geschlürft wurden, mit Leuchtstiften „Trump go home!“ oder „Ich war hier, Nico aus Dresden, 2021“ an eine Säule hinter der Bar gemarkert. Wir waren auch hier, haben uns aber nicht im Casino vom Hotel Haludovo an irgendeiner Wand verewigt. Aber vielleicht kommen wir oder „Nico aus Dresden“ irgendwann mal wieder hierher, wenn sich ein neuer Investor gefunden hat und diesem wunderbaren Lost Place neuen Glanz eingehaucht hat.

Reiseführer Stefan Loose Kroatien
Der Reiseführer Stefan Loose Kroatien ist prall gefüllt mit Informationen, Karten, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungen, Restaurants und Ausflugstipps. Er gehört ebenfalls zu unserem ständigen Reisebegleiter in Kroatien. Wir reisen seit über 30 Jahren mit den Reiseführern von Stefan Loose durch Südostasien und wurden bisher auch von diesem für Kroatien nicht enttäuscht.
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Tipps für Haludovo auf Krk
Wie kommt man zum Hotel Haludovo?
Das ehemalige Luxushotel Haludovo steht auf einer dicht bewachsenen Erhebung am nördlichen Rand vom Badeort Malinska. Von der Marina in Malinska seid ihr in einem Kilometer und vom Camp Draga in zwei Kilometern dort. Ein schöner Spaziergang und Badezeug nicht vergessen, unterhalb des Hotels Haludovo gibt es einen Strand. Njivice und den Lost Place trennen fünf Kilometer, vom Aminess Atea Camping Resort sechs Kilometer. Das war eine angenehme Radtour für uns.
Eintritt, Öffnungszeiten, Gefahr
Der gesamte Hotelkomplex Haludovo ist nicht eingezäunt. Jeder Besucher kann sich darin beliebig lange aufhalten und das kostenlos. Wegen der vielen Scherben, losen Teile und des desolaten Zustands der Gebäude solltet ihr nicht in Flip-Flops herumlaufen. Trekkingsandalen oder festes Schuhwerk sind da eher ratsam.
Campingplätze in der Nähe von Haludovo
Aminess Atea Camping Resort
Unser Tipp: Wir haben uns das Aminess Atea Camping Resort in Njivice entschieden, weil uns die moderne Ausstattung zum relativ günstigen Preis in der Nebensaison überzeugt hat. Der weitläufige Vier-Sterne-Campingplatz am Meer ist in verschiedene Zonen eingeteilt. Steinmauern oder Hecken trennen die meist schattigen Parzellen. Einrichtungen: drei moderne Sanitärgebäude, Bäcker, Gemüsehändler, Minimarkt, Souvenirshop, Massage, Wäscheservice, Kinderspielplatz mit Planschbecken, Animation, Hundestrand, Lounge Bar am Meer, Pizzeria und Eisverkauf. Adresse: Aminess Atea Camping Resort, Primorska cestra 41, Njivice, Telefon: 0385-51-356580.
Wer mit dem Auto oder Mietwagen in Kroatien unterwegs ist, kann im » Aminess Atea Camping Resort Mobile Homes* in einem komfortablen Mobilheim mit Terrasse übernachten.
Zum Lost Place Hotel Haludovo ging es bei uns per Rad, eine Strecke knapp sechs Kilometer.

Camping Draga
Für Campingfans gibt es in Malinska nur das Mini-Camp Camping Draga, das schnell ausgebucht ist. Der Campingplatz liegt zentral, jedoch nicht direkt am Meer. Im Hof eines Einfamilienhauses stehen zehn Stellplätze mit wenig Schatten zur Verfügung. Ausstattung: einfache Waschräume und überdachter Sitzbereich mit Grill. Adresse: Camping Draga, P. Boraca 4, Malinska, Telefon: 0385-51-859905.
Unterkünfte in Njivice
Für diejenigen, die nicht als Camper nach Njivice kommen, bietet der Ort eine Reihe angenehmer Unterkünfte in verschiedenen Preiskategorien.
- Apartments im Wohlfühlambiente findest du in der » Villa Kalinic* in Njivice.
- Das moderne » Magal Hotel* mit hervorragenden Zimmern, zum Teil mit Meerblick, liegt im Grünen und nur 150 Meter vom Meer entfernt.
- Auf der Terrasse der stylish eingerichteten Wohneinheiten der » Aminess Gaia Green Villas* lässt sich prima relaxen. Strand, Poollandschaft und Restaurants gehören zur grünen Anlage.

Hotels in Njivice
- Makellos: Villa Kalinic*
- Strandnah: Magal Hotel*
- Schick: Aminess Gaia Green Villas*

Hotels und Apartments in Malinska
Wer lieber in Malinska übernachten möchte, findet hier ebenfalls eine gute Auswahl an Hotels, Apartments und Ferienwohnungen.
- An der Hafenpromenade steht das 5-Sterne » Luxury Hotel Riva* mit 3 Pools, Wellness- und Fitnessbereich. Das Team verwöhnt die Urlauber mit einem opulenten Frühstücksbuffet.
- Ideal für Familien: » Apartments Mantinela* vermieten makellose Ferienwohnungen mit zwei Schlafzimmern und Terrasse/Balkon.
- Viele deutsche Gäste loben das Apartment mit guter Einrichtung und Balkon von » Apartman Helen*.

Hotels in Malinska
- Preiswert: » Apartman Helen*
- Geräumig: » Apartments Mantinela*
- Exellent: » Luxury Hotel Riva*
Weitere Lost Places in Kroatien
Wer sich für geheimnisvolle, verlassene Orte interessiert und gerne fotografiert, sollte sich die fünf von uns besuchten Lost Places anschauen. Wir haben diese Lost Places von Süd nach Süd aufgelistet. Viel Spaß beim Urban Exploring!
Air Base Zeljava
Urbex-Fans aufgepasst! Einer der interessantesten Lost Places ist der Luftwaffenstützpunkt Zeljava. Die ehemals größte Flugzeugkaverne Europas an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina lässt sich gut mit dem Auto oder Camper erkunden. Am Eingang steht das Flugzeugwrack einer Douglas C-47. Etwas weiter erreichst du die Fliegerstollen, die hunderte Meter tief in die Berge hineinragen und die teilweise durch Sprengungen unbrauchbar gemachten Start- und Landebahnen. Im ehemaligen Jugoslawien waren auf dem riesigen Luftwaffenstützpunkt über 100 Piloten, 1.300 Luftwaffensoldaten und bis zu 80 Kampfflugzeuge MiG-21 stationiert.
Die Air Base Zeljava, kroatisch Aerodom Zeljava, findest du im Dorf Zeljava, 25 Kilometer vom Nationalpark Plitvicer Seen entfernt. Ein kleiner Imbiss und Parkplätze gibt es an der Douglas C-47. Eintritt frei.
Wer mehr Hintergrundwissen über den verlassenen Militärflughafen Zeljava erfahren und die Tunnel erkunden möchte, schließt sich der » geführten Tour* an.

Minerska Complex und Morski Seetunnel
Entlang des Kanals Sveti Ante auf der Halbinsel Zablace bei Sibenik führt ein gepflasterter Rad- und Fußweg zum verlassenen Minerska Complex. In dem Militärstützpunkt der jugoslawischen Armee kannst du Hallen, Gebäuderuinen und einen Kai mit Kran besichtigen. Folgst du der Promenade am Kanal des Hl. Antonius weiter, empfehlen wir auf jeden Fall einen Abstecher zur Antoniuskirche in einer Felsnische und zum Morski Meerestunnel. Der Morski-Seetunnel mit zwei Eingängen für Militär- und Torpedoboote wurde von der deutschen Wehrmacht gegraben. Der etwas unheimliche Tunnel kann auf einem seitlichen Steg begangen werden. Beide Orte gelten als geschichtsträchtige Lost Places.


Hotel Marina Lucica
Wie viele Hotels aus der Zeit Jugoslawiens fristet auch das verlassene Hotel Marina Lucica (» Google Maps) ein jämmerliches Dasein. Vandalismus, Graffiti-Sprayer und Wildwuchs setzen dem Marina Lucica Hotel weiter zu. Architektur- und Lost-Place-Fans wird das 1971 eröffnete Luxushotel dennoch begeistern. Damals stand der Bauboom mit viel Beton im Vordergrund. Schon in den 70er und 80er Jahren zählte das sozialistische Jugoslawien zu den Top-Urlaubszielen. Das Hotel Marina Lucica mit mehreren hundert Zimmern stand ganz oben auf der Beliebtheitsskala der deutschen Urlauber, vor allem der FKK-Freunde. Leider setzte der Kroatienkrieg 1991 dem Tourismus an der Adria und damit auch diesem Hotel ein Ende.

Kindersanatorium Krvavica
Lost Place im Küstenort Krvavica zwischen Makarska und Baska Voda: Wie ein im Wald gelandetes Ufo sieht das verlassene Kindersanatorium von Krvavica (» Google Maps) aus der Vogelperspektive aus. Die kreisförmige Architektur mit den gleich angeordneten Zimmern, dem geschwungenen Aufgang und dem offenen Innenhof erinnert eher an ein exklusives Hotel als an ein Kinderkrankenhaus. Das Children’s Maritime Resort wurde vom jugoslawischen Architekten Richard Marasovic entworfen und Mitte der 1960er Jahre eröffnet. Hier wurden ausschließlich Kinder mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen behandelt und rehabilitiert, deren Eltern in der Jugoslawischen Volksarmee dienten. Seit dem Kroatienkrieg 1991 verfiel das Kindersanatorium zusehends.


Hotels in Kupari
Zu den spannenden Lost Places von Kroatien gehören auch die architektonisch einzigartigen Hotelruinen von Kupari an der Adriaküste in Kupari. In der sichelförmigen Bucht von Kupari, zehn Kilometer südlich von Dubrovnik entfernt, entstanden in den 1960er Jahren vier riesige Bettenburgen für die High Society des ehemaligen Jugoslawien und zahlungskräftige Touristen aus dem Westen. Es sind das Hotel Pelegrin, die Hotels Goricina I und II, sowie das Grand Hotel Kupari. Vor allem das Grand Hotel Kupari spiegelt den Glanz der vergangenen Zeiten wider.
Zu Titos Zeiten boomte hier der Tourismus. Während des Kroatienkrieges wurden die Hotels wie Dubrovnik stark zerstört, bombardiert und ausgeraubt. Und sind damit auch Mahnmale des Krieges. Vandalismus tut seit Jahren sein Übriges. Auch die Natur erobert die historischen Gebäude mit Büschen, Sträuchern, Kletterpflanzen und Moosen. Fazit: Ein echt cooler Ort für Lost-Place-Fans!


Stefan Loose: Balkan, Die Adria-Route
Individueller Reiseführer für Camper und Backpacker: Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien mit viel Adria und etliches vom Hinterland. Die Autoren sind selbst begeisterte Camper – und das merkt man dem Reiseführer auch an. Dieser Reiseführer ist im wahrsten Sinne des Wortes wegweisend.
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