» Artikel aus unserem Albanien Reiseführer
Aktuelle Tipps: Einreise in Albanien mit dem Wohnmobil
Wer mit dem Auto, Camper oder Wohnmobil nach Albanien reist, sollte sich vorab kurz mit den Einreise- und Verkehrsregeln vertraut machen. Für die Einreise ist neben einem gültigen Personalausweis auch die Grüne Versicherungskarte wichtig, da sie bei Kontrollen oder Unfällen verlangt werden kann. Beim Fahren selbst gibt es keine Vignette, aber auf einzelnen Autobahn- und Tunnelabschnitten fällt auch für Wohnmobile Maut an, während beim Thema Alkohol eine nahezu strikte Null-Promille-Regel gilt. Gerade bei längeren Strecken oder abgelegenen Regionen empfiehlt sich zudem eine Pannenhilfe oder ein Schutzbrief, da Werkstätten und Abschleppdienste nicht überall schnell erreichbar sind.

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Hi, wir sind Annett und Mario. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Reisejournalisten und Fotografen mit dem Schwerpunkt Balkan. Wir schreiben und fotografieren für GEO, Stern, Spiegel, National Geographic Magazin, Reiseführer und Bildbände.
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Artikelübersicht zur Einreise in Albanien
- Einreise in Albanien
- Grüne Versicherungskarte
- Wie ist der Verkehr in Albanien?
- Höchstgeschwindigkeiten
- Licht im Straßenverkehr
- Was man im Fahrzeug haben muss
- Tanken und Tankstellen
- Albanien: Maut und Vignette
- Nützliche Informationen
- Pannenhilfe
Einreise in Albanien
Vor der Einreise solltest du dich über die Einreisebestimmungen informieren. Als deutscher Staatsangehöriger kannst du mit folgenden Dokumenten, so lange diese bei der Einreise noch drei Monate (besser sechs Monate) gültig sind, einreisen: Personalausweis, Reisepass und Kinderreisepass. Mit dem Personalausweis darf man 90 Tage im Land bleiben. Anders als in Montenegro, gibt es beim Ortswechsel keine Meldepflicht.
Grüne Versicherungskarte für Albanien
In Albanien ist die Grüne Versicherungskarte (Internationale Versicherungskarte) für ausländische Fahrzeuge erforderlich und sehr wichtig. Sie dient als Nachweis, dass dein Fahrzeug über eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung verfügt, die auch in Albanien anerkannt wird. Bei der Einreise kann die Grüne Karte an der Grenze kontrolliert werden, und auch bei Polizeikontrollen oder nach einem Unfall wird sie regelmäßig verlangt.
Ist auf deiner Grünen Karte „AL“ (für Albanien) nicht durchgestrichen, kannst du problemlos einreisen und bist haftpflichtversichert. Falls du keine gültige Grüne Karte vorlegen kannst, musst du an der Grenze in der Regel eine zusätzliche Grenzversicherung abschließen, die nur für Albanien gilt und extra kostet. Diese ist meist zeitlich begrenzt und deckt ausschließlich die gesetzliche Haftpflicht ab.
Für Reisende gilt daher: Unbedingt vor der Abfahrt prüfen, ob Albanien auf der Grünen Versicherungskarte eingeschlossen ist und ob die Karte noch gültig ist, da sie ein festes Ablaufdatum hat. Außerdem sollte das Dokument stets im Fahrzeug mitgeführt werden. So vermeidest du unnötigen Ärger, Verzögerungen an der Grenze und Probleme im Schadensfall.
Reiseführer Albanien von Reise Know-How
Unser Favorit und Reisebegleiter für Albanien: Der aktualisierte Reiseführer 2025 aus dem Verlag Reise Know-How ist auf 647 Seiten prall gefüllt mit wertvollen Informationen, viel Hintergrundwissen und nützlichen Insidertipps. Die detaillierten Stadtpläne und Landkarten helfen uns zudem immer gut bei der Orientierung. Reise Know-How ist mit seinen Balkan-Reiseführern seit langem führend in der Branche. Der Albanien-Reiseführer macht da keine Ausnahme. Wir sind froh, ihn bei unseren Roadtrips durch Albanien mit an Bord zu haben.
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Wie ist der Verkehr in Albanien?
Für deutsche, österreichische und schweizer Autofahrer wirkt der Verkehr in Albanien auf den ersten Blick deutlich chaotischer und ungewohnter. Verkehrsregeln existieren zwar, werden aber nicht immer konsequent eingehalten. Überholen trotz Gegenverkehr, spontane Spurwechsel und das sehr flexible Auslegen von Vorfahrtsregeln sind keine Seltenheit. Besonders in Städten wie Tirana oder Durrës geht es laut, dicht und hektisch zu, mit viel Gehupe, Motorrädern, Fahrrädern und Fußgängern, die sich den Raum teilen.

Außerhalb der Städte wird es meist ruhiger, dafür muss man sich an wechselnde Straßenqualitäten, Schlaglöcher, fehlende Markierungen und plötzlich auftauchende Tiere auf der Fahrbahn gewöhnen. Positiv überrascht sind viele Deutsche davon, dass der Verkehr trotz allem oft vorausschauend und „kommunikativ“ funktioniert – Blickkontakt, Handzeichen und Hupen ersetzen manchmal das Regelbuch. Wer defensiv fährt, Zeit einplant und Gelassenheit mitbringt, kommt in Albanien in der Regel gut zurecht, sollte aber deutlich aufmerksamer fahren als zu Hause.

Höchstgeschwindigkeiten in Albanien
Folgende Tempolimits sind für Wohnmobile bis 3,5 t (erste Kilometerangabe in der Liste) bzw. Pkws (zweite Angabe in der Liste) unbedingt einzuhalten. Der Zustand einiger Straßen lässt ein schnelles Fahren eh nicht zu. Bei Überschreitung kann es teuer werden oder im Extremfall wird der Führerschein entzogen. Bei Geldstrafen lasst euch einen Beleg ausschreiben.
- Ortschaft: 35/40 km/h
- Landstraße: 70/80 km/h
- Schnellstraße: 70/90 km/h
- Autobahn: 80/110 km/h
Gibt es in Albanien Geschwindigkeitskontrollen?
In Albanien gibt es viele Geschwindigkeitskontrollen, die sowohl stationär als auch mobil durchgeführt werden. Die Verkehrspolizei setzt dabei verschiedene Methoden ein, um die Einhaltung der Tempolimits zu überwachen.
Wie wird die Geschwindigkeit in Albanien kontrolliert?
Stationäre Radargeräte: Diese sind fest installiert und erfassen automatisch Geschwindigkeitsverstöße. Sie sind insbesondere auf stark befahrenen Strecken im Einsatz.
Mobile Radarkontrollen: Polizeifahrzeuge mit mobilen Radargeräten werden häufig an Stellen eingesetzt, die zu schnellem Fahren verleiten. Die Polizei bittet bei Geschwindigkeitsverstößen sofort zur Kasse.
Versteckte Radargeräte: In einigen Fällen werden Radargeräte so positioniert, dass sie für den Fahrer schwer bis gar nicht zu erkennen sind. Dadurch soll die Effektivität der Geschwindigkeitsüberwachung erhöht werden.
Wie hoch sind Bußgelder und Strafen in Albanien
Die Höhe der Bußgelder richtet sich nach dem Ausmaß der Geschwindigkeitsüberschreitung. Bei Überschreitungen von 20-40 km/h innerorts oder 30-50 km/h außerorts können Strafen zwischen 5.000 und 15.000 Lek verhängt werden, einschließlich eines möglichen Führerscheinentzugs für drei Monate. Bei noch höheren Überschreitungen können die Strafen bis zu 20.000 Lek betragen, mit einem Führerscheinentzug von bis zu sechs Monaten.
Besonderheiten für ausländische Fahrer:
Für ausländische Fahrer wird keine Ausnahme gemacht. In der Vergangenheit wurden bei Geschwindigkeitsverstößen von Ausländern sogar Fahrverbote ausgesprochen. Um bürokratische Verfahren zu vermeiden, wurde jedoch eine Regelung eingeführt, bei der ausländische Fahrer eine höhere Geldbuße zahlen können, um ihren Führerschein zurückzuerhalten.
Mit oder ohne Licht in Albanien fahren?
In Albanien besteht eine gesetzliche Lichtpflicht. Demnach müssen alle Kraftfahrzeuge auch tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht fahren. Diese Regelung gilt ganzjährig und auf allen Straßen. Die konsequente Nutzung des Abblendlichts erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr und trägt zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei. Verstöße gegen diese Vorschrift können von der Polizei geahndet werden.

Was nie im Fahrzeug fehlen darf!
Folgende Dinge gehören ins Auto: Verbandskasten, Abschleppseil, Warndreieck, Ersatzglühlampen und Ersatzreifen. Vom 1. November bis 30. April musst du Schneeketten mitführen.
Tanken in Albanien
Fast alle Kraftstoffsorten sind in Albanien erhältlich. Super Plus 98 oder 100 bekamen wir für unseren Bulli nicht an jeder Tankstelle. Jedoch ist die Qualität des Benzins oft unzureichend. Am besten du tankst in Großstädten und bei Markentankstellen. Ebenfalls wird Autogas LPG (auch GLN, Gaz car) verkauft.
Für diese Betankung benötigt man einen Adapter (Dish-Anschluss). Das Tankstellennetz ist an der Küste dichter als im Hinterland. Die Bezahlung mit Kreditkarte wird an einigen Tankstellen akzeptiert. Kraftstoffpreise sind etwas billiger als in Deutschland.
In Albanien zählen große, bekannte Tankstellenketten wie Kastrati, Eida, Europetrol und Gulf zu den verlässlichsten Anlaufstellen, insbesondere in Städten und entlang der Hauptverkehrsstraßen. Bei diesen Tankstellen haben wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Mautpflicht und Vignette in Albanien
Anders als in Österreich oder Italien gibt es in Albanien kein flächendeckendes Maut- oder Vignetten-System, aber auf bestimmten Strecken und in einigen Tunneln fallen Straßengebühren an. Auf den meisten Straßen im Land fährst du mautfrei. Es gibt jedoch mehrere Abschnitte, für die du zahlen musst, insbesondere auf der Autobahn A1 sowie in Tunnelanlagen.
A1-Autobahn (Rruga e Kombit)
Dies ist die wichtigste mautpflichtige Strecke Albaniens, die von der kosovarischen Grenze über Kukës Richtung Tirana führt. Die zentrale Mautstelle liegt bei beziehungsweise vor dem Kalimash-Tunnel. Die Mautstellen sind zwischen der Stadt Kukës und dem Kalimash-Tunnel sowie in der Nähe der Ausfahrt zum internationalen Flughafen Tirana.
A1-Abschnitt Thumanë – Kashar
Ein neuer mautpflichtiger Abschnitt der A1 zwischen Thumanë und Kashar nahe Tirana International Airport ist ebenfalls gebührenpflichtig.
Llogara-Tunnel
Für die Durchfahrt des Llogara-Tunnels im Süden des Landes wird neuerdings auch eine Maut erhoben. Der Tunnel befindet sich zwischen Orikum und Himarë.
Nützliche Informationen für Albanien
Führerschein in Albanien
Der deutsche Führerschein wird anerkannt. Empfehlung vom ADAC: Wer außerhalb Europas reist, sollte grundsätzlich den Internationalen Führerschein (Ausstellung bei der Zulassungsstelle) mitführen.
Alkohol am Steuer in Albanien
In Albanien gilt beim Autofahren offiziell die Null-Promille-Grenze. Das bedeutet, dass jeglicher Alkoholkonsum vor oder während der Fahrt verboten ist – selbst kleinste Mengen können bereits zu Strafen führen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder, Fahrverbote oder im Extremfall sogar der Führerscheinentzug, weshalb man Alkohol und Autofahren dort konsequent trennen sollte.
Ist das ovale D-Schild Pflicht in Albanien?
Offiziell gilt, dass bei Fahrten in Nicht‑EU‑Länder wie Albanien das Nationalitätskennzeichen („D‑Schild“) am Fahrzeug angebracht sein muss, selbst wenn dein deutsches Kennzeichen bereits ein blaues EU‑Feld hat. Es heißt ausdrücklich, dass das „D‑Schild“ mitgeführt werden muss, wenn du in Nicht‑EU‑Staaten fährst.
Das bestätigt auch die allgemeine Regel aus deutschen Verkehrsrechts‑Informationen: In Staaten außerhalb der EU und der EU‑Abkommen (zu denen Albanien gehört) wird das kleine „D“ im Euro‑Kennzeichen nicht als Nationalitätskennzeichen anerkannt, sodass ein zusätzliches ovales „D“-Schild am Fahrzeugheck Pflicht ist.
In der Praxis wird das ovale „D“-Schild in Albanien nur sehr selten kontrolliert oder geahndet, insbesondere bei privaten Pkws. Polizeikontrollen konzentrieren sich eher auf Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer, Sicherheitsgurte, Handyverbot und Verkehrsverstöße, weniger auf formale Kennzeichenfragen.
Dennoch gilt: Rechtlich bist du verpflichtet, das Schild zu führen, und bei einer Kontrolle könnte es theoretisch zu einer Verwarnung oder einem Bußgeld kommen. Für Touristen ist es also eher eine Vorsichtsmaßnahme, um auf der sicheren Seite zu sein, selbst wenn die tatsächliche Kontrolle gering ist.
Notrufnummern in Albanien
In Albanien gelten für Notfälle einheitliche Notrufnummern, über die alle Hilfsdienste leicht erreichbar sind. Für die Polizei wählt man die Nummer 129, für die Feuerwehr die Nummer 128 und für medizinische Notfälle oder Rettungsdienste die Nummer 127. Zusätzlich kann man in Albanien über die europäische Notrufnummer 112 alle Notdienste erreichen, ähnlich wie in anderen EU-Ländern. Diese Nummern funktionieren kostenfrei von Festnetz und Mobiltelefonen, sodass man im Notfall schnell Hilfe rufen kann.
Pannenhilfe in Albanien
ADAC-Mitglieder können bei einer Autopanne, einem Unfall und in Notfällen die Notrufnummer 0049-89222222 wählen. Und das 24/7! Der ADAC koordiniert dann die Hilfe und leitet den Fall an den albanischen Partnerclub Automobile Club Albania (ACA) weiter.
ADAC-Partnerclub:
Automobile Club Albania (ACA)
Rruga Ismail Qemali 30
1019 Tirana
Telefon: 00355-42387017
Vorsicht vor Betrügern: In einigen Ländern Osteuropas gab es Berichte über falsche Pannenhelfer, die sich als ADAC-Partner ausgeben und überhöhte Preise verlangen. Zwar sind solche Fälle aus Albanien kaum bekannt, dennoch ist es ratsam, immer über die offiziellen Kanäle Hilfe anzufordern.

Warum fahren in Albanien so viele Mercedes?
In Albanien fällt einem schnell auf, wie viele alte und neue Mercedes auf den Straßen unterwegs sind. Die Fahrzeugdichte ist dort deutlich höher als in den meisten anderen Ländern. Das hat mehrere Gründe. Historisch gesehen galten Mercedes-Fahrzeuge nach dem Fall des Kommunismus in den 1990er Jahren als erstes Statussymbol und Zeichen von Unabhängigkeit. Viele Familien schafften sich damals Modelle wie die 190er oder die E-Klasse an.
Diese Autos sind gleichzeitig robust und langlebig, was sie für die teils unebene Straßeninfrastruktur Albaniens ideal macht. Außerdem sind Ersatzteile leicht verfügbar und viele Mechaniker kennen sich bestens mit der Marke aus. Ein weiterer Faktor ist der Import aus Deutschland: Viele gebrauchte Mercedes, egal ob alt oder neu, kommen direkt von dort, da viele Rückkehrer ihren Wagen mitgebracht haben. Die Autos genießen in Albanien einen exzellenten Ruf. Schließlich gibt es eine regelrechte Mercedes-Kultur. Wer einmal einen Mercedes fährt, bleibt oft bei der Marke, denn der Statusgedanke spielt weiterhin eine große Rolle.
Da wir mit unserem 35 Jahre alten VW T3 unterwegs sind und Oldtimer mögen, wirkt das Straßenbild auf uns wie eine Mischung aus Zeitreise und Stilbewusstsein. Die alten Klassiker verleihen den Straßen ein unverwechselbares, fast kultiges Flair.

Balkan: Stefan Loose, Die Adria-Route
Individueller Reiseführer für Camper und Backpacker: Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien mit viel Adria und etliches vom Hinterland. Die Autoren sind selbst begeisterte Camper – und das merkt man dem Reiseführer auch an. Dieser Reiseführer ist im wahrsten Sinne des Wortes wegweisend.
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